Nationalrat entscheidet sich knapp für eine Ausweitung der zivilrechtlichen Meldepflicht

Der Nationalrat trifft einen sehr wichtigen Entscheid für einen unmittelbaren und wirksamen Schutz der Kinder vor Gefährdungen! Nach dem Ständerat tritt auch der Nationalrat auf das Geschäft "ZGB. Kindesschutz" ein. Die Revision beabsichtigt eine Ausweitung der Meldepflicht beziehungsweise einen nationalen Mindeststandard und eine Erleichterung des Melderechts für Berufs- und Amtsgeheiminstragende. Kinderschutz Schweiz ist erfreut, dass der Nationalrat in den grossen Zügen ihren Empfehlungen gefolgt ist. So sollen in Zukunft alle Berufsleute, die in ihrer beruflichen Tätigkeit in regelmässigem Kontakt mit Kindern sind, der Meldepflicht unterstehen und dies unabhängig davon, ob sie in einer amtlichen oder nicht amtlichen Funktion sind.

Das Geschäft geht nun zur Differenzbereinigung in den Ständerat. Die Stiftung Kinderschutz Schweiz konnte ihre Position schon in den Entwurf (2012/2013) einbringen und wird das Geschäft weiterverfolgen wie auch schliesslich die Umsetzung begleiten. Denn: Für einen wirksamen Kindesschutz ebenso entscheidend ist eine qualifizierte Umsetzung der Meldepflichten. Meldepflichtige müssen in Bezug auf die Erkennung von Kindswohlgefährdungen weitergebildet und sensibilisiert sein. So können sie abschätzen, ob sie eine vermutete Risiko- oder Gefährdungssituation im Rahmen ihres Auftrages entschärfen können oder ob die Einleitung weiterer Schritte erforderlich ist – beispielsweise eine Gefährdungsmeldung an die Kindesschutzbehörde.

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