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1. Lebensjahr

Sexuelle Bildung geschieht ab Geburt und ist somit Teil der Gesamterziehung und individuellen Persönlichkeitsentwicklung.

Kurz und bündig

  • Körperkontakt ist wichtig für Bindung, Urvertrauen und Wohlbefinden.
  • Babys entdecken ihren Körper und ihre Genitalien altersgerecht.
  • Eltern fördern die Entwicklung durch achtsame Berührung, Sprache und das Wahrnehmen der kindlichen Signale.

Sexuelle Bildung geschieht ab Geburt

Die Haut ist ein «Tast-Fühl-Organ» und Säuglinge sind für ihre gesunde Entwicklung angewiesen auf grossflächigen Körperkontakt und machen dadurch erste Bindungs- und Beziehungserfahrungen. Streicheln, schmusen, liebkosen sind grundlegend für eine gesunde seelische Entwicklung und das Urvertrauen des Kindes. Dieser Kontakt soll von Beginn an achtsam und respektvoll sein, indem Bezugspersonen die Signale des Kindes beobachten und sich immer auch die Frage stellen: «Ist die Berührung für das Kind angenehm oder nicht».

Durch den engen Körperkontakt kann es auch vorkommen, dass bspw. beim Stillen oder durch einen kindlichen Tritt mit den Füssen eine kurzfristige Erregung bei der Erwachsenen Person ausgelöst werden kann – durch Abstand klingt diese jedoch umgehend ab. Berührungen gegenüber Kindern sollen niemals der eigenen sexuellen Erregung und Befriedigung dienen. Die Fachstelle beforemore bietet Hilfe und Beratung bei Pädophilie.

Ab Geburt sind Menschen «ganzkörper-lust-orientiert», d.h. Babys spüren Freude und Wohlgefühl über ihren ganzen Körper. Sie erkunden die Umgebung mit all ihren Sinnen (tasten, riechen, schmecken, sehen und hören). Anfangs entdecken sie alles um sich herum mit dem Mund (orale Phase). Das Saugen (beim Stillen, Daumen, Gegenständen etc.) bereitet ihnen Vergnügen und hat eine beruhigende Wirkung. Anfangs berühren Babys ihren eigenen Körper eher zufällig, mit zunehmender Motorik werden die Griffe gezielter. Dabei erwischen sie ihre Füsse, Finger, Oberschenkel oder auch ihre Genitalien. Es kann bei allen Kindern zu spontanen Erektionen kommen, welche unter anderem beim Wickeln beobachtbar sind.

Das können sie im Alltag tun

  • Sprechen sie während dem Wickeln mit ihrem Kind. Nutzen sie dazu die korrekten Begriffe für die Genitalien: Vulva, Penis, Hoden, Anus (je älter die Kinder, umso differenzierter die Bezeichnungen). Dies verschafft von Anfang an Körperwissen und gibt den Kinder die Möglichkeit, sich später klar und deutlich mitzuteilen.
  • Geben sie ihrem Kind genügend Zeit, sich windelfrei und ohne einschränkende Stoffe zu bewegen und erleben.
  • Benennen Sie die Mimik und Körpersignale ihres Kindes: «Oh du drehst dich weg, hast du genug?» «Du gähnst, Zeit für etwas Ruhe».
  • Vermeiden sie geschlechterspezifische Aussagen wie «Sie ist eine richtige kleine Diva.» «Wow diese Augen, bei dem kleinen Mann werden die Mädchen einmal Schlange stehen.»

Engagement Kinderschutz Schweiz

Kinderschutz Schweiz benennt die Missachtung der Rechte der Kinder und fordert die konsequente Umsetzung der UNO-KRK in der Schweiz. Die Stiftung bringt sich in Debatten ein, wird zum Schutz der Kinder aktiv und fordert von den politisch Verantwortlichen kinder- und familienfreundliche Strukturen.