Auswirkungen von Gewalt in der Erziehung

Körperliche Gewalt macht Kinder aggressiver

Forscher der Universität Tulane haben herausgefunden, dass Kinder, die im Alter von drei Jahren geschlagen wurden, häufiger ein aggressives Verhalten zeigen als Kinder, die keine physische Gewalt erlebt haben.

Gewalt als Strafe bringt nichts (auch wenn es kurzzeitig vielleicht danach aussieht): Sandra Graham-Bermann, Traumaexpertin und Psychologieprofessorin an der Universität Michigan, hat herausgefunden, dass Schläge das Verhalten des Kindes nur kurzzeitig ändern. Langfristig machen sie es schlimmer.

Mehrere Studien zeigen: Bestraft man das Kind für mangelnde Selbstkontrolle, fällt es ihm schwerer, sich künftig zu beherrschen. Es lernt, sich in Gegenwart von Eltern oder Lehrern zu benehmen. Aber was ist, wenn niemand zusieht?

Sie lernen, Konflikte mit Gewalt zu lösen

Eine im Jahr 2011 veröffentlichte Studie zeigt, dass Kinder, die geschlagen wurden, häufiger als andere Kinder Konflikte mit Gewalt lösen. Zudem sind sie mit zunehmendem Alter viel gefährdeter, straffällig zu werden.

Die Folgen reichen bis ins Erwachsenenalter

Eine Studie im Jahr 2012 hat ergeben, dass Schläge in der Kindheit oft mit Angststörungen, Alkoholismus, Drogenabhängigkeit und vielen schweren Persönlichkeitsstörungen im Erwachsenenalter einhergehen. Eine im Fachjournal Canadian Medical Association erschienene Studie hat Daten aus 20 Jahren ausgewertet und ist zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen.

Schläge verändern das kindliche Gehirn

Eine 2009 abgeschlossene Studie zeigt, dass Kinder, die regelmässig geschlagen wurden (also mindestens einmal die Woche und mehr als drei Jahre lang), in manchen Gehirnarealen einen geringeren Anteil grauer Gehirnmasse haben. Das betrifft vor allem Bereiche, die in Verbindung mit Depressionen, Sucht und anderen Störungen stehen. Laut CNN hat eine weitere Studie ergeben, dass Kinder mit derlei Erfahrungen oft weniger weit entwickelte kognitive Fähigkeiten haben als andere Kinder.

Die Folgen psychischer Gewalt sind vielfältig

Eine Studie des Erziehungswissenschaftlers Holger Ziegler (2013) hat ergeben, dass sich verbale Missachtungserfahrungen (Herabsetzen, Demütigen, Beschimpfen, Ignorieren etc.) deutlich – und stärker als körperliche Gewalterfahrungen – auf das Ausmass von emotionalen Problemen, das Wohlbefinden, das Selbstvertrauen sowie die Selbstwirksamkeitserfahrungen von Kindern auswirken. Körperlich-kognitive Entwicklungsstörungen zeigen sich vor allem im sprachlichen Bereich, häufig in Form von Problemen in der Aussprache wie Lispeln oder Stottern oder auch in Form von Wortwiederholungen, Einkoten oder Einnässen sowie diversen anderen körperlich auffallenden Erscheinungen. Mangelnde Schulleistungen, Leistungsschwächen, die oft die verbalen Auseinandersetzungen zu Hause erneut verstärken, Verhaltensprobleme, Zwangs-, Angst- und Persönlichkeitsstörungen, aggressives Verhalten, Depressionen, Schlafstörungen, Essprobleme wie Magersucht, die Unfähigkeit zu vertrauen bis hin zu Rückzug, Mord oder Selbstmord sind Folgen anhaltender verbaler Gewalt.