Zunahme von Meldungen zu Deepfakes bei der Melde- und Beratungsstelle clickandstop.ch
Bern, 10. Juni 2026 – Kinder und Jugendliche sind immer häufiger von Sextortion, Cybermobbing und KI-generierten Nacktbildern betroffen. Während das Schweizer Parlament in der Sommersession über Risiken von Deepfake-Anwendungen diskutiert, hat das Europäische Parlament bereits ein Verbot von KI-Anwendungen zur Erstellung sexueller oder intimer Deepfakes beschlossen. Kinderschutz Schweiz unterstützt daher die Petition «Deepfakes & Digitale Gewalt: Herr Bundesrat Jans, schützen Sie uns!» und fordert einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum. Mit clickandstop.ch betreibt Kinderschutz Schweiz gemeinsam mit der Guido Fluri Stiftung und fedpol eine nationale Melde- und Beratungsstelle gegen digitale, sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen.
Die Verbreitung pädokrimineller Inhalte im Internet nimmt weiter zu. Die Internet Watch Foundation (IWF) untersuchte 2025 weltweit über 312'000 Fälle von Darstellungen sexueller Gewalt an Kindern. Damit wurde ein neuer Höchststand erreicht. Gleichzeitig schaffen neue Technologien zusätzliche Risiken: Die IWF registrierte mehr als 3'400 KI-generierte Missbrauchsvideos von Kindern, über 260-mal mehr als im Vorjahr.
Schutz auf politscher Ebene vor KI-generierten Bildern und Videos
Auf dieses Problem macht die Petition «Deepfakes & Digitale Gewalt: Herr Bundesrat Jans, schützen Sie uns!» aufmerksam. Am 9. Juni wurden dem Bund 25'000 Unterschriften gegen sexualisierte Gewalt im Netz übergeben. Hintergrund der Petition ist die überparteiliche «Internet-Initiative». Die Initiant:innen kritisiert ausdrücklich, dass der Entwurf des Bundesrates für das Bundesgesetz über Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen (KomPG) zwar Meldeverfahren und Transparenzpflichten vorsieht, aber aus Sicht der Initiant:innen keine ausreichenden Schutzmassnahmen gegen Deepfakes und digitale sexualisierte Gewalt enthält. Kinderschutz Schweiz unterstützt die Initiative und begrüsst das Vorgehen, auf politischer Ebene einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor digitaler sexualisierter Gewalt einzufordern.
Deshalb empehlen wir dem Parlament, am 16. Juni die Motion Mahaim «Grok und sexualisierte Deepfakes. Jetzt handeln!» anzunehmen. «Die Anbieter:innen von KI-Modellen müssen verpflichtet werden, die Risiken ihrer Modelle zu analysieren und mit passenden Massnahmen zu minimieren. Minderjährige nach Belieben virtuell auszuziehen, gehört nicht zu einem freien Internet», ist Regula Bernard Hug, Direktorin von Kinderschutz Schweiz, überzeugt. Mit unserer Kampagne «Gemeinsam gegen Cybersexualdelikte an Kindern und Jugendlichen» sensibilisieren wir zusammen mit der der Guido Fluri Stiftung und weiteren Partnerorganisationen seit mehreren Jahren für die Risiken digitaler sexualisierter Gewalt und stärken die Prävention in der Schweiz.
Meldestelle clickandstop.ch unterstützt Betroffene
Ein zentraler Bestandteil dieses Engagements ist die Melde- und Beratungsstelle clickandstop.ch. Die Plattform wird von Kinderschutz Schweiz gemeinsam mit der Guido Fluri Stiftung betrieben. Vor über vier Jahren als Online-Meldestelle für pädokriminelle Inhalte gestartet, ist clickandstop.ch heute die nationale Melde- und Beratungsstelle für digitale sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen und unterstützt Betroffene, Eltern, Sorgeberechtigte und Fachpersonen.
Der Bundesrat verweist in seiner Antwort auf die Motion «Nationale Meldestelle für digitale Gewalt» (25.4369) von Nationalrätin Meret Schneider ausdrücklich auf clickandstop.ch. Er hält fest, dass die Plattform eine wichtige Ergänzung der bestehenden Strukturen darstellt und hebt die enge Zusammenarbeit zwischen fedpol, den Kantonspolizeien und Kinderschutz Schweiz hervor.
«Die Antwort des Bundesrates bestätigt die Bedeutung einer national verankerten und fachlich abgestützten Anlaufstelle. Dies ermöglicht es uns, clickandstop.ch konsequent weiterzuentwickeln und Kinder und Jugendliche auch künftig wirksam vor digitaler sexualisierter Gewalt zu schützen. Kinderschutz Schweiz unterstützt alle Bestrebungen, Kinder und Jugendliche besser vor digitaler Gewalt zu schützen», sagt Regula Bernhard Hug.
Über clickandstop.ch
clickandstop.ch ist die nationale Melde- und Beratungsstelle für digitale, sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Die Plattform ermöglicht die Meldung von pädokriminellen Inhalten, berät Betroffene, Angehörige und Fachpersonen und vermittelt Unterstützung bei digitaler sexualisierter Gewalt. Träger sind Kinderschutz Schweiz und die Guido Fluri Stiftung.
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Medienmitteilung: 20260609 clickandstopPDF 0.2 MB