Früherkennung einer Kindeswohlgefährdung

Vernachlässigung ebenso wie psychische, physische oder sexuelle Gewalt können die kindliche Entwicklung massiv beeinträchtigen und schwerwiegende Folgen haben. Sensibilisierten Fachpersonen können Kinder, deren Wohl gefährdet ist, jedoch schon früh auffallen. Dadurch wird es möglich, zu einem frühen Zeitpunkt Schutz- und Unterstützungsmassnahmen einzuleiten.

Kinder sind vor allem in ihren ersten Lebensjahren besonders abhängig von ihren erwachsenen Bezugspersonen. Diese sollen ihnen Sicherheit und Geborgenheit geben sowie die kindlichen Bedürfnisse befriedigen. Das gelingt in der Regel gut, auch wenn sich Eltern von kleinen Kindern immer wieder mit herausfordernden Situationen konfrontiert sehen. Aber Formen von Vernachlässigung können ebenso wie psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt das Wohl eines Kindes derart beeinträchtigen, dass es zu gravierenden Folgeerscheinungen kommen kann.

Damit solche Gefährdungssituationen frühzeitig erkannt und entsprechende Schutz- und Unterstützungsmassnahmen eingeleitet werden können, sind Fachpersonen, die in Kontakt mit Kindern und/oder deren Eltern stehen, von grosser Bedeutung. Damit diese Fachpersonen Risikofaktoren einschätzen und Schutzfaktoren unterstützen können, müssen sie einerseits für die Problematik sensibilisiert sein. Andererseits müssen sie über entsprechende Informationen verfügen, um die Anzeichen einer möglichen Kindeswohlgefährdung wahrnehmen und im Rahmen ihres Möglichen situationsadäquate Schritte einleiten zu können.

Kinderschutz Schweiz hat deshalb drei Leitfäden zur Früherkennung von Kindeswohlgefährdung und Kindesmisshandlung publiziert. Die Broschüren richten sich an Fachpersonen verschiedener Berufsgruppen. Sie thematisieren die Bedeutung des Kindeswohls und dessen Gefährdung. Insbesondere zeigen sie für die verschiedenen Berufsgruppen auf, wie sich Risikofaktoren einschätzen lassen und wie eine Kindeswohlgefährdung erkannt werden kann. Zudem stellen die Leitfäden praktische Handlungsanweisungen zur Verfügung. Dabei werden sowohl Massnahmen innerhalb der eigenen professionellen Tätigkeit erörtert als auch der Einbezug weiterer Stellen bis hin zur Gefährdungsmeldung an die KESB.

Die drei Leitfäden befinden sich derzeit in Überarbeitung.