Kindesschutz und Tourismus

Sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen als Begleiterscheinung von Tourismus stellt ein wachsendes Problem dar.

Ferien sind für viele die schönsten Zeiten des Jahres – aber nicht für alle. Neben den vielen positiven Seiten, welche der Tourismus als Wirtschaftssektor und Einnahmequelle für Feriendestinationen bietet, hat dieser auch seine Schattenseiten: Eine ausgelassene Ferienstimmung, die relative Anonymität und der leichte Zugang zu Kindern und Jugendlichen verstärken das Risiko auf sexuelle Ausbeutung.

Kampagne «Nicht wegsehen!»

Gemeinsam mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO und dem Bundesamt für Polizei fedpol hat Kinderschutz Schweiz mit der Fachstelle ECPAT Switzerland 2010 die Kampagne «Nicht wegsehen! » lanciert. Seit 2013 wird sie im Rahmen eines EU-Projektes auf weitere Länder in Europa ausgeweitet und ist unter dem Titel «Don’t look away!» bekannt. Das Ziel der Kampagne ist es, Kinder und Jugendliche an Feriendestinationen zu schützen, Reisende zu sensibilisieren und zur Mithilfe im Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern zu mobilisieren. Wurden Sie während Ihres Urlaubs Zeugin bzw. Zeuge einer mutmasslichen sexuellen Ausbeutung von Kindern oder Jugendlichen durch Touristinnen oder Touristen? Melden Sie Ihren Verdacht und unterstützen Sie die Behörden im globalen Kampf gegen Kindsmissbrauch, Kinderprostitution und -handel!

Der Tourism Child Protection Code

Tourismus ist nicht die Ursache für sexuelle Ausbeutung. Jedoch wird dabei oftmals die touristische Infrastruktur genutzt – denn die meisten Missbräuche finden in Hotels oder gemieteten Wohnungen statt. Deshalb muss auch die Tourismusbranche Verantwortung für den Schutz von Kindern an Ferienorten übernehmen.

Der «Code of Conduct for the Protection of Children from Sexual Exploitation in Travel and Tourism» ist dabei ein effektives und relevantes Präventionsinstrument. Er wurde 1999 von ECPAT Schweden und der schwedischen Tourismusbranche erarbeitet: Bis heute hat der Code knapp 1'300 Mitglieder in über 50 Ländern, darunter die Schweiz. Der Kodex verpflichtet die Unternehmen zu einer verantwortungsvollen Geschäftstätigkeit und zur Sensibilisierung ihrer Mitarbeitenden.

Helfen Sie mit, indem Sie Reiseanbieter berücksichtigen, die das freiwillige Social-Corporate-Responsibility-Instrument «The Code» unterzeichnet haben.


Kontaktpersonen

Tanja Maier

Tanja Maier

Wissenschaftliche Mitarbeiterin Politik/ECPAT Switzerland

+41 31 384 29 16

Géraldine Merz

Géraldine Merz

Wissenschaftliche Mitarbeiterin Politik/ECPAT Switzerland

+41 31 384 29 02