Gewaltfreie Erziehung als gemeinsame Haltung
Kinder haben das Recht auf Schutz, Förderung und eine Erziehung ohne Gewalt. Mit der gesetzlichen Verankerung der gewaltfreien Erziehung in der Schweiz erhält dieses Recht eine noch stärkere Bedeutung für Eltern, Bezugspersonen, Fachpersonen und Organisationen, die Kinder und Jugendliche begleiten.
Gewaltfreie Erziehung bedeutet weit mehr als den Verzicht auf körperliche Strafen. Sie umfasst einen respektvollen und wertschätzenden Umgang, der Kindern und Jugendlichen Sicherheit, Orientierung und Schutz bietet. Dies schliesst körperliche, psychische, sexualisierte und digitale Gewalt sowie Vernachlässigung ausdrücklich aus. Gewaltfreie Erziehung ist kein einzelnes Angebot und keine isolierte Massnahme. Sie ist eine
gemeinsame Haltung und ein verbindlicher Qualitätsanspruch, der sich im täglichen Handeln von Eltern, Fachpersonen und Organisationen widerspiegelt.
Der vorliegende Orientierungsrahmen unterstützt Organisationen und Fachpersonen dabei, die gesetzliche Verankerung der gewaltfreien Erziehung in ihre Praxis zu übertragen. Er beschreibt neun Qualitätsstandards, die eine gemeinsame fachliche Grundlage schaffen und gleichzeitig genügend Spielraum lassen, um unterschiedliche Arbeitsfelder und Zielgruppen zu berücksichtigen.
Der Orientierungsrahmen versteht sich nicht als starres Regelwerk, sondern als praxisorientierte Orientierungshilfe für eine nachhaltige Qualitätsentwicklung. Er unterstützt Organisationen dabei, eine Kultur des Schutzes, der Verantwortung und der gewaltfreien Erziehung nachhaltig zu verankern.