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Zum Schutz der Kinder ist eine Elternzeit notwendig – der Vaterschaftsurlaub ist ein erster Schritt

Gegen die Einführung eines bezahlten zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub wurde das Referendum ergriffen.
Mittwoch, 9. September 2020
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Kinderschutz Schweiz begrüsst, dass das Parlament einen Schritt in die richtige Richtung zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie macht, fordert jedoch zum Schutz der Kinder in der Schweiz eine Elternzeit.

Am 27. September stimmt die Schweizer Bevölkerung über einen gesetzlich geregelten und bezahlten zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub ab. Für Kinderschutz Schweiz ist dieser Schritt ein wichtiges Signal, dem Schutz der Kinder mehr Gewicht zu geben. Für kleine Kinder ist eine schützende und solide Beziehung mit den wichtigsten Bezugspersonen elementar. Dazu ist die Präsenz beider Elternteile von Anfang an notwendig. Kinderschutz Schweiz unterstütz daher die Einführung eines zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub. Doch die Schweiz kann viel mehr: Kinderschutz Schweiz will eine gesetzlich geregelte Elternzeit als Ergänzung zum Mutter- und Vaterschaftsurlaub.

Feste Bindung schützt Kinder

In der ersten Zeit nach der Geburt ist die Anwesenheit von beiden Elternteilen von höchster Bedeutung sowohl für die Entwicklung, als auch für den Schutz des Kindes. Der Vaterschaftsurlaub trägt dazu bei, die Beziehung – sowohl zwischen Mutter und Kind, als auch Vater und Kind und den Eltern untereinander – zu stärken. Für den Aufbau dieser Beziehungen müssen Eltern zeitlich ausreichend verfügbar sein. Mit dem Vaterschaftsurlaub oder der Elternzeit erhalten sie die Zeit, sich im neuen Familienalltag zurechtzufinden und als Paar die Aufgaben der Erziehung anzugehen. Die Aufteilung der Betreuung kann einer Überforderung und Überlastung entgegenwirken und schützt somit das Kind vor möglicher Gewalt und kann die die familiäre Situation entlasten.

Nationale Kinderschutzstatistik 2019

Die im April 2020 veröffentlichte «Nationale Kinderschutzstatistik 2019 der Schweiz» zeigt, dass Kinder im ersten Lebensjahr stark gefährdet sind, psychische und physische Gewalt zu erleben. Es ist erwiesen, dass Misshandlungen meist mit der Überforderung der Eltern einher gehen. Kinderschutz Schweiz ist davon überzeugt, dass mit der Einführung einer gesetzlichen Elternzeit auch Kindsmisshandlungen vorgebeugt werden können. Denn mehr Zeit fördert nicht nur die Bindung, sondern wirkt sich auch schützend auf das Kind aus.

Elternzeit ist der logische nächste Schritt

Die öffentliche Debatte um den Vaterschaftsurlaub zeigt, dass Unternehmen durchaus bereit sind, ihren Mitarbeitern einen angemessenen Vaterschaftsurlaub zu geben. In einigen Unternehmen wird das bereits heute auf freiwilliger Basis gemacht. «Eine Elternzeit ist zum Schutz der Kinder der nächste dringende Schritt in der Schweizer Familienpolitik. Die Schweiz kann mehr, als zwei Wochen Vaterschaftsurlaub», so Regula Bernhard Hug, Leiterin der Geschäftsstelle von Kinderschutz Schweiz.

Medienanfragen

Tamara Parham
Bereichsleiterin Kommunikation
Telefon +41 31 384 29 19
Mobile +41 76 392 13 27
medien@kinderschutz.ch

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