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Strategie 2030

Unsere Strategie für die nächsten Jahren.

Vorbemerkungen und Grundlagen

Das vorliegende Dokument beschreibt die Organisations- strategie für Kinderschutz Schweiz mit einer Perspektive von etwa zehn Jahren. Deshalb: Strategie 2030! «Aufgeho- ben» wird die bisherige Strategie 2014, deren Perspektive ins 2020 reichte. «Aufgehoben» im doppelten Sinne des Wortes: aufnehmend und ersetzend. Einige Inhalte aus der Strategie 2014 bleiben weiterhin gültig; insgesamt löst die Strategie 2030 die Strategie 2014 ab. Grundlagen für diese Strategieüberprüfung waren: Die Nachführung der Um- feldanalyse der Berner Fachhochschule Fachbereich Soziale Arbeit vom 19. Juni 2013, die strategischen Überlegungen des Programms «Umsetzung Strategie 2019–2024» vom 24. August 2018 sowie der Organisationreview durch Dr. Felix Helg im ersten Semester 2019. Schliesslich orientieren sich Entwicklung, Formulierung und Umsetzung der Strategie 2030 auch an einem weiterentwickelten, dynamischeren Strategieverständnis.

Dieses Strategieverständnis folgt den theoretischen Grund- lagen der «systemischen Strategieentwicklung» für «dy- namikrobuste Organisationen» (vgl. Nagel, R., Wimmer, R. (2015). Einführung in die systemische Strategieentwick- lung. Heidelberg: Carl Auer sowie Wohland, G., Wiemeyer, M. (2012). Denkwerkzeuge der Höchstleister: Warum dyna- mikrobuste Unternehmen Marktdruck erzeugen. Lüneburg: Unibuch). Hierzu: Die «systemische Strategieentwicklung» versteht unter «Strategie» den Entwurf eines «Zukunfts- bildes». Dieses Bild ermöglicht es, die Organisation «von der Zukunft her zu führen» (vgl. hierzu: Scharmer C.O., Käufer K. (2013). Von der Zukunft her führen. Von der Ego- system- zur Ökosystemwirtschaft. Theorie U in der Pra- xis, Carl-Auer). Dieses strategische Zukunftsbild ist kein fixer Endpunkt, sondern ein dynamischer Fixpunkt. Das Zukunftsbild ist ein – stets provisorischer – Entwurf der eigenen Zukunft, der als Orientierungsbild – und eben nicht als abgeschlossenes Zielbild – den «strategischen Korridor» für die nächsten Entwicklungen von Kinder- schutz Schweiz absteckt und eingrenzt. Darin liegt seine Zugkraft – ein Zug aus der Zukunft. Die «systemische Stra- tegieentwicklung» versteht Strategiearbeit als «rekursiven» Prozess. Das heisst: Das Zukunftsbild muss von Zeit zu Zeit erneuert, der Entwurf überarbeitet, die Entwicklungs- themen müssen nachgeführt werden.

Die Umsetzung der Strategie 2030 erfolgt über eine mehr- jährige «strategische Agenda» mit entsprechenden Schwer- punktthemen, Vorhaben und Zielsetzungen sowie über davon abgeleitete Jahresziele im Rahmen von Jahrespro- gramm und Budget (Ziele, Massnahmen und Mittel). Die strategische Agenda legt insbesondere die längerfristigen Projekte und Meilensteine fest. Die Verantwortung für die Umsetzung der Strategie 2030 liegt bei der Leitung der Geschäftsstelle.

Die Verabschiedung durch den Stiftungsrat von Kinder- schutz Schweiz erfolgte am 20. Mai 2020.

Zweck, Vision & Mission

Stiftungszweck

In Art. 2 der Stiftungsurkunde wird der Zweck der Stiftung Kinderschutz wie folgt festgelegt: «Die Stiftung hat insbe- sondere zum Zweck, Kinder vor Gefährdung, Vernachläs- sigung, Ausbeutung und vor jeglicher Gewalt zu schützen. Sie hat das Ziel, die seelische, psychische, körperliche und sexuelle Integrität und die Würde der Kinder zu wahren, ihre Rechte durchzusetzen, ihre individuelle Entfaltung und ihre soziale Integration zu fördern. Die Stiftung orien- tiert sich bei ihrer Tätigkeit an anerkannten rechtlichen und wissenschaftlichen Grundlagen.»

Vision & Mission

Eine Schweiz für Kinder.
Wir sind die starke Stimme der Kinder in der Schweiz.

Kinderschutz Schweiz setzt sich ein für eine Schweiz, in der alle Kinder geschützt und gefördert sind. Einer Gesellschaft angehörend, in der sie mitwirken und sich frei entfalten können. Kinderschutz Schweiz setzt sich dafür ein, dass alle Kinder in der Schweiz – im Sinne der UNO-Kinderrechts- konvention – in Schutz und Würde aufwachsen.

Zukunftsbild

Zu unserem Zukunftsbild von «Kinderschutz Schweiz 2030» gehört,...

  • dass wir die nationale Themenführerschaft im präventiven Kinderschutz beanspruchen;
  • dass wir über ein thematisch fokussiertes Programm für alle unsere Tätigkeiten verfügen;
  • dass wir der Leitidee «digital first!» systematisch nachkommen;
  • dass wir nachhaltig finanziert sind;
  • dass wir eine attraktive Arbeitgeberin sind.

Diese fünf Aspekte des Zukunftsbildes «Kinderschutz Schweiz 2030» lassen sich wie folgt als fünf strategische Orientierungsfelder mit entsprechenden Entwicklungsthemen skizzieren:

1 Nationale Themenführerschaft

Wir setzen Stiftungszweck, Vision und Mission effizient, wirksam und nachhaltig um. Wir sind aufgrund der wis- senschaftlich fundierten Qualität, der Attraktivität und der Wirksamkeit unserer Tätigkeiten die führende nationale Kinderschutzorganisation im Präventionsbereich und dazu pflegen wir die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Fachinstitutionen, Hochschulen und Universitäten sowie zielverwandten privaten und öffentlichen Akteuren. Wir betreiben ein systematisches «Agenda Setting» und vertre- ten unsere Positionen unabhängig, mutig und adressaten- gerecht.

Entwicklungsthemen

  • Positives Image von Kinderschutz Schweiz nach Innen und Aussen stärken

  • Die Marke «Kinderschutz Schweiz» auf allen Ebenen einheitlicher kommunizieren

  • Präsenz und Aktivitäten in der lateinischen Schweiz verbessern

  • Strategische Kooperationen prüfen und eingehen

2 Fokussiertes Tätigkeitsprogramm

Wir bieten attraktive Präventions- und Sensibilisierungs- angebote an und leisten Informationsbereitstellung und Wissensvermittlung gegenüber Fachpersonen, politischen Akteuren, privaten und staatlichen Organisationen sowie gegenüber Medienschaffenden und der breiten Öffentlich- keit. Zudem wirken wir in Netzwerken und Koordinations- gremien mit. Wir fokussieren alle unsere Tätigkeiten the- matisch (aktuell: vier Themenfelder, siehe Box) im Rahmen der strategischen Agenda und überprüfen unser gesamtes Tätigkeitsprogramm regelmässig in Bezug auf fachliche und rechtliche Aktualität, Zielorientierung und thematische Fokussierung sowie Effizienz und Wirksamkeit. Unser fokus- siertes Tätigkeitsprogramm berücksichtigt stets, dass Kinder in einem familiären, einem institutionellen und einem öffentlichen Umfeld (insbesondere digitaler öffentlicher Raum) aufwachsen und somit in allen drei Lebensbereichen ausreichend geschützt sein sollen.

Entwicklungsthemen

  • Tätigkeitsprogramm inhaltlich schärfen und verdichten
  • Die vier strategischen Themenfelder (FrüheKindheit, Gewaltfreie Erziehung, Kinder im Kontext häuslicher Gewalt, Sexualisierte Gewalt gegen Kinder) überprüfen, allenfalls verfeinern bzw. anpassen
  • Strategische Kooperationen mit anderen Fachakteurinnen und Fachakteuren, bzw. Angeboten, Programmen und Projekten von Dritten insbesondere zur Verbreitung und der Ansprache von spezifischen Zielgruppen prüfen und eingehen
  • Systematisches Issue Management umsetzen

3 «Digital first!»

Wir berücksichtigen bei der Entwicklung von neuen Pro- dukten, Angeboten sowie der Kommunikation die Sicht der «digitalen Welt». Unsere Fachpositionen und Inhalte vermitteln wir über geeignete digitale Plattformen, um den Absatz und die Bekanntmachung unserer Produkte zu steigern. Dabei sind wir uns jederzeit der Sensibilität unserer Themen bewusst, wählen unsere Kanäle gezielt aus und achten auf eine stufengerechte Freigabe der Inhalte sowie auf Persönlichkeits- und Datenschutz.

Wir befähigen und inspirieren unsere Mitarbeitenden in Sachen Digitalisierung und sehen «digital first!» als einen Teil unserer Unternehmenskultur. Wir stellen unseren Mit- arbeitenden die technischen Möglichkeiten zur Verfügung, um ihnen ein flexibles, orts- und zeitunabhängiges Arbei- ten zu ermöglichen. Mit der Digitalisierung von Prozessen und Abläufen fördern wir eine effiziente und nachhaltige Arbeitsweise.

Entwicklungsthemen

  • Web und Social Media-Präsenz konzipieren und umsetzen

  • Neue Produkte auf ihre digitale Verwendung hin überprüfen und alle Publikationen kostenlos digital anbieten

  • Stufengerechte Freigabe der Inhalte im Netz

  • Persönlichkeits- und Datenschutzkonzept (inkl. Bildwelt) verfassen und umsetzen

  • IT-Konzept verfassen und umsetzen

  • Aufbau und Ausbau eines effizienten

    Wissensmanagements

  • Harmonisierung der gesamten IT-Landschaft

4 Nachhaltig finanziert

Aufgrund einer ausserordentlichen Zuwendung verfügen wir derzeit über ein beachtliches Stiftungsvermögen, das wir zugunsten unseres Tätigkeitsprogramms beanspru- chen. Wir legen unser Vermögen nach ethischen Grund- sätzen an (vgl. Anlagereglement). Um Kinderschutz Schweiz langfristig nachhaltig finanziell abzusichern, verfügen wir mittelfristig über ein erfolgreiches Fundraising, das den Vermögensverzehr mittelfristig substituiert.

Entwicklungsthemen

  • Erhalt und langfristige Vermehrung des Stiftungskapitals sicherstellen

  • Fundraising aufbauen, dabei insb. auf «Major Donors» fokussieren

  • Den jährlich budgetierten Aufwandüberschuss auf maximal 12% des im letzten abgeschlossenen Jahr vorhandenen Organisationskapitals begrenzen

  • Risikomanagement,ControllingundBerichtswesen etablieren

  • Den Nutzen einer ZEWO- bzw. ISO-Zertifizierung prüfen

5 Attraktive Arbeitgeberin

Kinderschutz Schweiz ist eine attraktive Arbeitgeberin. Wir sind uns bewusst, dass das Personal den wesentlichen Beitrag zu einer positiven Entwicklung von Kinderschutz Schweiz leistet. Unsere Mitarbeitenden erfüllen hohe fachliche und persönliche Anforderungen. Wir orientieren uns an unter- nehmerischen Grundsätzen für Non-Profit-Organisationen und gewährleisten Lohngleichheit und Chancengerechtig- keit. Wir bieten interessante Arbeitszeitmodelle und attrak- tive Arbeitsplätze. Als «lernende Organisation» überprüfen wir die Arbeitsgrundlagen in regelmässigen Abständen und passen sie entsprechend an.

Entwicklungsthemen

  • Alles Handeln von Kinderschutz Schweiz wird an Werten ausgerichtet, welche in einem Leitbild konkretisiert werden

  • Ein offenes und vertrauensvolles Arbeitsklima über alle Stufen hinweg etablieren

  • Agile und iterative Willensbildungsprozesse – insbesondere im Zusammenspiel mit dem Stiftungsrat – etablieren und umsetzen

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