Umgang mit Wut

Wut ist ein starkes Gefühl, in dem viel Kraft liegt. Das kann sich positiv oder negativ auswirken. Überforderung und Stress können Wut auslösen.

Warum wir manchmal wütend werden

Ein Wutausbruch kommt selten aus dem Nichts. Die Wut steigt oft schrittweise «auf 180», bis es dann «chlöpft». So wie die schrittweise Steigerung möglich ist, ist auch das «Runterkommen» Schritt für Schritt möglich. Es liegt an den Eltern, die eigene Notbremse zu ziehen, bevor es zu einem Wutausbruch kommt.

Handlungsalternativen

Im Rahmen der Kampagne «Starke Ideen» hat Kinderschutz Schweiz Handlungsalternativen für Eltern aufgelistet. Es sind Ideen, wie die Eltern das Hochsteigen von Wut stoppen können, bevor sie die Kontrolle über ihr Verhalten verlieren. Dabei gilt immer: Alle Gefühle sind erlaubt und akzeptiert – aber nicht alle Handlungen.

Es lohnt sich, in einer ruhigen Minute die eigenen wunden Punkte zu identifizieren, also Bemerkungen und Verhaltensweisen, die mich als Elternteil wütend machen würden.

Wenn sich Wut einmal gelegt hat, ist es sinnvoll, die erlebte Situation aufzuarbeiten. Zu diesem Prozess können auch Gedanken über die eigenen Bedürfnisse zählen.

«Schmiede das Eisen, wenn es kalt ist.»

Eine gute Möglichkeit, aus der Wut auszusteigen, ist das Verabschieden aus der auslösenden Situation. Man legt einen Stopp ein und kommt später darauf zurück, wenn sich das Gemüt oder die Gemüter wieder beruhigt haben. Dies entspricht ganz dem Sinn von Haim Omers Grundsatz: «Schmiede das Eisen, wenn es kalt ist.» Die Eltern können in einem entsprechenden Moment sagen: «Ich bin gerade zu sehr aufgebracht. Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurückkommen, wenn ich mich beruhigt habe.» Dadurch, dass die Eltern schliesslich «abgekühlt» und in einer ruhigen Art nochmals auf die problemverursachende Situation zu sprechen kommen, zeigen sie ihrem Kind gegenüber innere Stärke.

Wenn es trotzdem mal kracht

Kinder sind verunsichert und verletzt, wenn seitens der Eltern Aggressionen im Spiel sind. Sie reagieren je nach Alter und Persönlichkeit mit Angst, Aggressivität oder Ablehnung. Oft sehen sie die Schuld bei sich – unabhängig davon, ob dies stimmt. Aber selbst wenn auch aus Elternsicht die Kinder Auslöser von Wut waren, so haben doch die Eltern die Verantwortung, die Situation aufzulösen. Es ist deshalb an ihnen, den nächsten Schritt zu tun, indem sie sich entschuldigen und den Vorfall anschliessend mit dem Kind in Ruhe besprechen.

Wenn sich solche Situationen häufen, sollten die Eltern mit jemandem von aussen darüber reden und sich Hilfe holen

Auch Kinder dürfen wütend sein

Auch Kinder sind dann und wann wütend. Wichtig ist, sich in solchen Situationen bewusst zu werden, dass das Kind die Eltern mit seiner Wut nicht ärgern will. Wut bei Kindern ist häufig ein Zeichen von Hilflosigkeit. Aufgrund ihrer sich noch im Aufbau befindenden Strukturen im Gehirn können Kinder ihre Wut noch nicht bewusst steuern. Sie sind darauf angewiesen, dass ihre Eltern in diesen Momenten besonnen reagieren und mit ihnen den Weg aus der Wut gemeinsam gehen. Ruhe und Gelassenheit vermitteln dem Kind Sicherheit. Sie zeigen, dass alle Gefühle okay sind und dass jemand für sie da ist. 

Material & Downloads

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Politische Positionen

Kinderschutz Schweiz nimmt im Gesetzgebungsprozess Stellung und mischt sich in gesellschaftliche Debatten ein. Dabei stehen insbesondere die von der Stiftung aktuell priorisierten Themen im Fokus.

Engagement Kinderschutz Schweiz

Kinderschutz Schweiz benennt die Missachtung der Rechte der Kinder und fordert die konsequente Umsetzung der UNO-KRK in der Schweiz. Die Stiftung bringt sich in Debatten ein, wird zum Schutz der Kinder aktiv und fordert von den politisch Verantwortlichen kinder- und familienfreundliche Strukturen.

Weitere Informationen und Kontakt

Linda Steiner
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Bereich Programme
Telefon +41 31 384 29 03
linda.steiner@kinderschutz.ch

Linda Steiner

Danica Zurbriggen
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Bereich Programme
Telefon +41 31 384 29 11
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