Eltern werden – Eltern sein

Unabhängig davon, ob eine Familiengründung geplant war oder nicht, ist Mutter oder Vater zu werden mit vielen Veränderungen verbunden. Diese Zeit ist gleichwohl spannend wie herausfordernd. Plötzlich funktionieren beispielweise eingespielte Verhaltensweisen nach der Geburt eines Kindes nicht mehr so wie zuvor. Oder es können sich Probleme verstärken, die bereits vor der Geburt des Nachwuchses da waren.

Wenn die Erwartungen nicht der Realität entsprechen

Die Geburt eines Kindes löst bei seinen Eltern vielfach ein überwältigendes Glücksgefühl aus. Manchmal entsteht aber auch tiefe Trauer, wie zum Beispiel bei einer postnatalen Depression, von der Frauen wie Männer gleichermassen betroffen sein können. Manchmal stimmen auch die Erwartungen an die Lebenssituation nach der Geburt nicht mit der Realität überein. Dass Mutterschaft oder Vaterschaft ausnahmsloses Glück bedeutet, muss nicht zutreffen. In diesem Zusammenhang ist wichtig zu wissen: Sämtliche dieser Gefühle und Emotionen sind erst einmal menschlich. Über diese mit einer nahen Person zu sprechen oder professionelle Unterstützung zu beanspruchen, ist meistens hilfreich (Unterstützungsangebote) und ein Zeichen von persönlicher Stärke.

Wir erziehen so, wie wir selbst erzogen wurden

Die meisten Eltern wollen das Beste für ihr Kind. Doch was bedeutet dieses «Beste» überhaupt? Jeder Mensch hat hierzu seine eigenen Vorstellungen, die zwangsläufig nicht immer mit derjenigen der Partnerin oder des Partners übereinstimmen müssem. Die individuell erfahrene Erziehung und die erlebten Beziehungen prägen einen. Eine Diskussion mit der Partnerin bzw. dem Partner über die eigene Erziehungsgeschichte kann helfen, unterschiedliche Erwartungen und Wünsche hinsichtlich Kindererziehung in Einklang zu bringen. Diese gemeinsame Auseinandersetzung fördert das gegenseitige Verständnis in Erziehungssituationen.

Hilfreiche Fragen können hierbei folgende sein: Wie bin ich erzogen worden, was haben meine Bezugspersonen gut gemacht, was weniger gut? Was würde ich anders machen als sie? Was tue ich konkret, um dies umzusetzen? Was erwarte ich von meiner Partnerin / meinem Partner? Wie können wir uns gegenseitig unterstützen?

Die eigenen Bedürfnisse und die seines Kindes

Die eigenen Bedürfnisse werden durch die Geburt eines Kindes eine Zeitlang in den Hintergrund gedrängt. Das Elternpaar hat weniger Zeit füreinander, dafür nimmt das Kind mit all seinen Bedürfnissen viel Raum im Beziehungsleben ein. Die Zeit kurz nach seiner Geburt überfordert die Bezugspersonen vermutlich am meisten, denn diese kennen das Kind und seine Signale noch nicht. Sich gegebenenfalls Unterstützung bei Freunden, bei der Familie, in der Nachbarschaft oder bei einer professionellen Organisation (Beratungsstellen) zu holen, ist eine gute Idee. Dem Kind geht es nur so gut, wie es seinen Bezugspersonen gut geht. Deshalb ist es wichtig, die Bedürfnisse des Kindes nicht achtlos über sämtliche eigenen Bedürfnisse zu stellen. Eine Liste mit Kontakten ermöglicht einem, sich in stressigen Situationen an Vertrauenspersonen zu wenden. Eventuell können diese das Kind für einige Stunden hüten.

Vom Paar zur Familie

Die herausfordernde Zeit vom Paar- zum Elterndasein kann auch eine Chance sein, über sich und die Beziehung zu reflektieren und diese über den Dialog frühzeitig zu kräftigen. Was gelingt uns bereits gut? Woran können wir arbeiten? Wie wünschen wir uns den Umgang miteinander? Paare können so auf Augenhöhe wachsen und neue Wege finden, um mit all den neuen Situationen umzugehen.

Wichtig ist, sich bewusst Zeit für sich und den eigenen Partner oder die eigene Partnerin zu nehmen. Auch Wünsche und Bedürfnisse, die nicht das Kind betreffen, müssen Platz in der Beziehung haben. Am besten organisiert man sich eine Kinderbetreuung, damit auch Raum für Zweisamkeit entstehen kann.

Material & Downloads

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Kinderschutz Schweiz nimmt im Gesetzgebungsprozess Stellung und mischt sich in gesellschaftliche Debatten ein. Dabei stehen insbesondere die von der Stiftung derzeit priorisierten Themen im Fokus.

Engagement Kinderschutz Schweiz

Kinderschutz Schweiz benennt die Missachtung der Rechte der Kinder und fordert die konsequente Umsetzung der UNO-KRK in der Schweiz. Die Stiftung bringt sich in Debatten ein, wird zum Schutz der Kinder aktiv und fordert von den Verantwortlichen in der Politik kinder- und familienfreundliche Strukturen.

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