Schütteltrauma – Babys können daran sterben

Ist ein schreiendes Baby nicht zu beruhigen, bringt das Eltern oft an ihre Grenzen. Das Baby zu schütteln scheint der letzte Ausweg – mit schwerwiegenden Folgen.

Ein Baby schreit, das ist normal. Neueltern erleben oftmals die Überraschung, dass in den ersten Lebensmonaten ihr Baby so viel schreit, dass es kaum auszuhalten ist. Nichts, das sie tun, scheint das Kind zu trösten. Die Eltern sind verzweifelt und mit ihren Nerven am Ende. Das Baby zu schütteln scheint der letzte Ausweg. Doch die Folgen können tödlich sein.

Schütteltrauma – eine Frage von wenigen Sekunden

Als Schütteltrauma wird eine schwere Hirnschädigung, anhaltende körperliche und geistige Beeinträchtigungen und manchmal auch der Tod eines Säuglings als Folge heftigen Schüttelns bezeichnet.

Häufiges und langanhaltendes Schreien ist für die meisten schier unaushaltbar. Die Eltern wünschen sich, dass sie das Kind beruhigen können und es sich wohlfühlt. Sie versuchen alles, und sind sind frustriert, dass es ihnen nicht gelingt. Vielleicht werden sie sogar wütend auf das Baby. Es sind wenige Sekunden, in denen Eltern die Beherrschung über sich selbst verlieren können und in ihrer Verzweiflung und Überforderung das Baby zu schütteln beginnen. Da bei einem Baby die Nackenmuskulatur noch zu wenig ausgebildet ist und es seinen Kopf noch nicht gut stabilisieren kann, kann dies zu einem Schütteltrauma mit schwerwiegenden, lebensgefährlichen Folgen führen.

Die wenigsten Babys mit einem Schütteltrauma kommen unbeschadet davon. Die meisten sind lebenslang geistig und körperlich beeinträchtigt oder sterben.

Was tun, wenn es doch passiert

Ein geschütteltes Baby muss sofort in den Notfall (Telefon 144).

Schreien – die Sprache der Babys

Die Natur hat sichergestellt, dass kindliches Schreien umso unerträglicher wird, je länger es andauert. So werden Eltern auf das Kind und seine Bedürfnisse aufmerksam. Ein Baby möchte seinen Eltern mit dem Schreien meistens etwas sagen: Hilf mir, ich habe Hunger, ich brauche saubere Windeln, ich brauche deine Nähe, ich habe zu kalt, ich habe zu warm, ich bin müde..

In den ersten Lebenswochen schreien viele Babys jedoch auch ohne Grund. Dies wird unspezifisches Schreien genannt. Es nimmt bis zum Alter von 6 Wochen kontinuierlich zu. Viele Babys schreien dann zwei bis drei Stunden täglich, vor allem abends. Danach nimmt das unspezifische Schreien ab und hört bei den meisten Babys nach drei Monaten auf.

Zum Merken

Ein Baby schreit nie, um Sie zu nerven.

Wenn die Nerven blank liegen – Schütteltrauma verhindern

Eltern können ein Schütteltrauma verhindern, indem sie:

  • Für sich feststellen, wenn ihnen das Schreien zu viel wird und sich dann aus der Situation nehmen.
  • Das Baby an einen sicheren Ort legen, z.B. in die Babywiege.
  • Aus dem Zimmer gehen, Türe schliessen. Tief durchatmen, etwas essen oder trinken.
  • Das Baby schreien lassen ((verlinken mit Text zum Thema Schreien lassen -> haben wir den ?)).
  • Hilfe holen: Eine nahestehende Person anrufen oder die Nachbarn um Unterstützung fragen.
Wichtig ist es, dass sich Eltern frühzeitig Hilfe und Unterstützung holen. Dies ist ein Zeichen von Stärke und hilft auch dem Baby!

Film zum Thema Schütteltrauma

In diesem Film zum Schütteltrauma wird verdeutlicht, warum Babys in den ersten Monaten oft und viel schreien können und weshalb Eltern ihr Baby nie schütteln dürfen. Zudem erhalten Mütter und Väter Tipps, wie sie mit stressigen Situationen umgehen können.

Engagement Kinderschutz Schweiz

Kinderschutz Schweiz benennt die Missachtung der Rechte der Kinder und fordert die konsequente Umsetzung der UNO-KRK in der Schweiz. Die Stiftung bringt sich in Debatten ein, wird zum Schutz der Kinder aktiv und fordert von den politisch Verantwortlichen kinder- und familienfreundliche Strukturen.

Weitere Informationen und Kontakt

Danica Zurbriggen
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Bereich Programme
Telefon +41 31 384 29 11
danica.zurbriggen@kinderschutz.ch

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