Sexuelle Gewalt

Sexuelle Gewalt ist kein seltenes Phänomen, sondern ein Thema, mit dem ein grosser Teil der Kinder und Jugendlichen konfrontiert wird.

Der UBS-Optimus-Studie zufolge wurde jeder siebte Jugendliche schon einmal zum Sexualverkehr gezwungen oder gegen seinen Willen an intimen Stellen berührt.

Ein grosser Teil (30%) der befragten Jugendlichen gab ausserdem an, schon einmal sexuelle Übergriffe in Form von Cyberviktimisierung erlebt zu haben.

Wer sind die Täter und Täterinnen?

Die Täter und Täterinnen sind oft Menschen, denen die Opfer vertrauen – und von denen sie abhängig sind: Verwandte, Bekannte oder Personen aus dem nahen Umfeld. In der Gruppe der Vorschulkinder sind die Täter grösstenteils erwachsene (männliche) Personen aus dem nahen Umfeld des Kindes. Im Verlauf des Primarschulalters nimmt der Anteil der Gleichaltrigen kontinuierlich zu. Unter den Jugendlichen werden die meisten Übergriffe (39%) durch Gleichaltrige verübt, häufig im Rahmen erster Liebesbeziehungen. Deutlich zeigt sich für alle Altersgruppen Folgendes: Wer Kinder vor dem «bösen Mann» warnt, verschweigt, dass die Mehrheit der Täterinnen und Täter keine Fremden sind.

Prävention von sexueller Gewalt

Wirksame Prävention von sexueller Gewalt setzt immer auf verschiedenen Ebenen an. Zum einen müssen die Kinder durch eine angemessene Begleitung in ihrer psychosexuellen Entwicklung unterstützt und in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt werden. Kinder sollen Bezeichnungen für alle Körperteile kennenlernen, auch für ihre Geschlechtsteile, und ihnen soll altersgemäss Wissen über Sexualität vermittelt werden.

Zum anderen müssen Kinder darüber informiert werden, dass es sexuelle Gewalt gibt, und dazu ermutigt werden, zu versuchen, ihre Körpergrenzen zu verteidigen, falls diese ungefragt überschritten werden. Wichtig ist weiter das Wissen, an wen sie sich wenden können, wenn sie sexuelle Gewalt erfahren haben. Der interaktive Parcours «Mein Körper gehört mir» ist ein Beispiel für ein solches Präventionsprojekt.

Wichtig ist, einem Kind niemals die Verantwortung für seinen Schutz vor sexueller Gewalt zu übertragen. Verantwortlich bleiben immer die Erwachsenen. Eine wirksame Prävention von sexueller Gewalt ist nur in Kombination mit weiteren Massnahmen wie Prävention auf Täter- und struktureller Ebene möglich.