20 Jahre UNO-Kinderrechtskonvention in der Schweiz: Zum Beispiel das Recht auf Schutz im Krieg und auf der Flucht

Vor 20 Jahren hat die Schweiz die UNO-Kinderrechtskonvention unterzeichnet. Sie ist ein rechtlich bindendes Instrument und definiert Kinder als eigenständige Rechtsträger. Darin enthalten sind allgemeine Menschenrechte, wie etwa das Recht auf Bildung und Gesundheit, aber auch spezifische Rechte zum besonderen Schutz, zur Förderung und Mitwirkung von Kindern. Was hat die Konvention in der Schweiz bewirkt? Wo steht die Schweiz in der Umsetzung dieser Rechte? Kinderschutz Schweiz zeigt von Februar bis November jeden Monat anhand eines Themas auf, wie Kinderrechte in der Schweiz verankert sind und stellt vor, was wir dazu tun. Im Oktober: Das Recht auf Schutz im Krieg und auf der Flucht.

Aktuell sind gemäss UNICEF rund 50 Millionen Kinder weltweit auf der Flucht vor Armut oder Krieg. Sie reisen allein oder mit ihren Eltern und sind aufgrund des Fehlens eines funktionierenden Kindesschutzsystems besonders verletzlich.

Doch wie sieht es mit diesem Schutz aus, wenn die Kinder in die Schweiz kommen? Und wie setzt sich Kinderschutz Schweiz dafür ein, dass ihre Rechte hier bei uns eingehalten werden?

Mit Artikel 2, dem Diskriminierungsverbot, stellt die UNO-Kinderrechtskonvention (UNO-KRK) klar: Egal welchen Status oder welche Herkunft ein Kind hat – es hat das Recht auf den gleichen Schutz wie ein Schweizer Kind. Weiter regelt die Konvention unter Art. 22 die Rechte von Kindern, die sich alleine oder mit ihren Eltern auf der Flucht befinden.

Aber was bedeuten diese beiden Prinzipien für die Praxis? Der Kinderrechtsausschuss hat mit seiner allgemeinen Bemerkung Nr. 6 «Behandlung unbegleiteter und von ihren Eltern getrennter Kinder ausserhalb ihres Herkunftslandes» eine Erläuterung erarbeitet, die aufzeigt, worauf besonders geachtet werden muss:

  • Recht auf Leben, Überleben und Entwicklung (Art. 6)
  • Recht auf freie Meinungsäusserung (Art. 12)
  • Recht auf Bildung (Art. 28)
  • Recht auf Zugang zu adäquater Gesundheitsversorgung (Art. 23, 24, 39)
  • Recht auf Schutz vor Ausbeutung und Kinderhandel (2. Fakultativprotokoll)

Kinderschutz Schweiz setzt sich auf politischer Ebene dafür ein, dass Kinder auf der Flucht, egal ob mit ihren Eltern oder alleine, hier in der Schweiz Zugang zu ihren Rechten haben. Wir vernetzen uns mit Partnern, um Synergien zu nutzen und mit einer einheitlichen Stimme für die Rechte von Flüchtlingskindern einzutreten. Denn diese Kinder sind besonders gefährdet, Opfer verschiedener Formen von Ausbeutung zu werden.

Als Schweizer Vertretung von ECPAT International kämpft Kinderschutz Schweiz gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern und gegen Kinderhandel. Für Fachpersonen im Asylbereich haben wir Instrumente entwickelt, um sie bei der Erkennung von Risikosituationen und beim Vorgehen bei einem Verdacht zu unterstützen.