Erziehung ist Privatsache. Gewalt an Kindern nicht.

Kinder haben ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Daran erinnert der heutige internationale «No Hitting Day». Dass auch in der Schweiz diesbezüglich nicht alles zum Besten steht, belegen verschiedene aktuelle Studien. Jüngst hat die Universität Fribourg das Bestrafungsverhalten von Eltern in der Schweiz untersucht. Ihr erschütterndes Fazit: Jedes zweite Kind in der Schweiz erlebt psychische oder physische Gewalt in seiner Erziehung. Es ist Zeit, dass Politik und Zivilgesellschaft endlich handeln.

Um Eltern auf ihr eigenes Verhalten zu sensibilisieren und Kinder vor psychischer und physischer Gewalt zu schützen, lancierte Kinderschutz Schweiz im Oktober 2018 die schweizweite, mehrjährige Sensibilisierungskampagne «Starke Ideen – Es gibt immer eine Alternative zur Gewalt».

Kinder haben ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung.

Mit Information und Sensibilisierung allein ist es nicht getan. Gefordert ist auch die Politik. Zu oft und zu lange schon scheitern Vorstösse im Parlament, ein Recht auf gewaltfreie Erziehung im Gesetz zu verankern. Dies, obschon der UNO-Ausschuss für die Rechte des Kindes die Schweiz bereits mehrfach wegen ungenügender Umsetzung der von der Schweiz 1997 ratifizierten Kinderrechtskonvention gerügt hat. Die Schweiz hat bislang auf die explizite Verankerung eines Verbots von Körperstrafen verzichtet. Dem oft gehörten Argument, die Verankerung eines Rechts auf gewaltfreie Erziehung sei ein Eingriff in die Familie, hält Kinderschutz Schweiz entgegen: Erziehung ist Privatsache. Gewalt gegen Kinder nicht.

Kinderschutz Schweiz fordert die Bundesparlamentarierinnen und Bundesparlamentarier auf, sich hinter den hängigen Vorstoss «Verankerung eines Verbots von Körperstrafen und anderen erniedrigenden Handlungen gegenüber Kindern im Zivilgesetzbuch» (Link: Nr. 18.3603) zu stellen und Kindern den bestmöglichen Schutz durch das Gesetz nicht länger vorzuenthalten. Der Vorstoss deckt den eigentlichen Handlungsbedarf ab und schafft Klarheit zu Hause, in der Schule und überall dort, wo Kinder betreut werden.

Statements nationaler Politikerinnen und Politiker zum Thema: