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Aus dem Erziehungsalltag: Problembrille ab, Humorbrille an

Manchmal lassen wir uns von negativen Gedanken und Ängsten mehr leiten als von der Wirklichkeit. Kursleiterin Simone Wampfler erklärt, wie Eltern zu mehr Verständnis und Gelassenheit gelangen können, wenn die Pubertät ihrer Kinder vor der Tür steht.

«Nicht die Dinge an sich beunruhigen den Menschen, sondern das, was er darüber denkt.»

Pubertät – eine Zeit, der viele Eltern mit Skepsis, Ängsten und Sorgen entgegenblicken. Vielen Eltern stellen sich in dieser Zeit folgende oder ähnliche Fragen:

  • Wie wird unser Kind/unsere Jugendliche oder unser Jugendlicher diese Zeit gestalten?
  • Wie geht sie oder er mit fremden Einflüssen um? Und wie mit Themen wie Sucht, erste Liebe, Sexualität?
  • Wie bleiben wir in Beziehung zu unserem Kind? Wie gehen wir mit der Loslösung und Ablehnung der oder des Jugendlichen um?
  • Wie können wie als Eltern loslassen, Verantwortung abgeben? Braucht es Kontrolle und wenn ja, wie viel?
Als Antworten auf diese Fragen laufen in den Köpfen von uns Eltern manchmal richtig negative Szenarien ab. Es scheint, dass wir die Zeit der Pubertät eher als angsterregend bewerten – sowie viele andere Umbruchzeiten, die sich unserer Kontrolle entziehen, auch.

Sorgen und Ängste beunruhigen

Wenn wir uns als Eltern nur auf unsere Sorgen und Ängste fokussieren, sind wir beunruhigt. Wir misstrauen den Fähigkeiten unserer Familienmitglieder und uns selber und geben somit dem Zweifel und den inneren Kritikern Nahrung. In diesem Zustand können wir jedoch der oder dem Jugendlichen weder echte Rückendeckung noch das Vertrauen in seine Fähigkeiten bieten.

Genau hier setzt das Motto von Starke Eltern – Starke Kinder® an:

Nicht die Dinge an sich beunruhigen den Menschen, sondern das, was er darüber denkt.

Auf die eigene Pubertät zurückblicken

Im Pubertätskurs von Starke Eltern – Starke Kinder® blicken die Eltern im Zusammenhang mit diesem Motto auf ihre eigene Jugendzeit zurück. In diesem Rückblick geht es unter anderem um eine Auseinandersetzung mit den folgenden Fragen:
  • Wer war ich damals? Wie war ich?
  • Was waren meine damaligen Träume, Wünsche, Bedürfnisse?
  • Wie waren meine Beziehungen zu meinen Eltern, den Geschwistern, den Lehrerinnen und Lehrern, meinen Freundinnen und Freunden und anderen Menschen, die ich damals kannte?
  • Welche Ähnlichkeiten entdecke ich zwischen mir damals und meinem Kind heute?

Wenn Eltern sich auf geführte, liebevolle Weise gedanklich in diese Zeit zurückversetzen, gelingt es vielleicht auch besser, sich in die Jugendliche oder den Jugendlichen hinein zu fühlen. Das wiederum kann helfen, unseren Fokus zu verschieben.

Gelassenheitsbrille statt Problembrille

Es liegt vorderhand an uns Eltern, die Pubertät und somit auch die Jugendlichen anstatt durch die Problembrille durch eine Humor- und Gelassenheitsbrille anzuschauen. Und mit unserem Denken, unserem Fühlen und unserer Ausstrahlung ziehen wir an, was wir aussenden. Das Gesetz der Anziehung wird wirksam. Oder einfacher ausgedrückt: Gleiches zieht Gleiches an.

Sobald wir verstehen und erkennen, dass wir uns sofort besser fühlen, wenn wir eine positive Erwartungshaltung entwickeln und unser Denken in eine positive Richtung lenken, werden wir handlungsfähiger und erleben unsere eigene Schöpferkraft. Unsere Ausstrahlung wird zuversichtlich und entspannt, was sich 1:1 auf das Familienklima auswirkt.

Wollen wir im Zusammenleben mit unseren Kindern und Jugendlichen einen positiven Kreislauf in Gang setzen, ist es also in erster Linie an uns Eltern, unsere Gedanken und unsere Erwartungshaltungen in eine zuversichtliche, wertschätzende Richtung zu lenken und dabei gut für uns selber zu sorgen!

«Ich bin ok – du bist ok!»

Gewinnen wir unsere eigene innere Stärke und Lebensfreude zurück, können wir unseren Kindern und Jugendlichen souverän und gelassen begegnen und ihnen mit Einfühlungsvermögen und dem nötigen Fingerspitzengefühl die Begleitung und Hilfestellung bieten, die sie beim Heranwachsen benötigen. Dadurch können wir unseren Kindern und Jugendlichen zu den wichtigen Gefühlen „Ich bin o.k., so wie ich bin, ich bin wichtig, ich kann das, ich werde gebraucht auf dieser Welt“ verhelfen – und dies stärkt sowohl ihren Selbstwert, als auch ihre innere Sicherheit.