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Aus Sicht der Eltern: Bericht eines Vaters über seinen Kursbesuch

Wie hat der Vater eines 9-jährigen Sohnes den Elternkurs erlebt? Ein Absolvent aus Zürich erzählt, wie ihm der Kurs Handlungsalternativen eröffnet hat und wie sich das Verhältnis zu seinem Sohn verbessert hat.

Die letzten zwei bis drei Jahre erlebten wir das Zusammenleben mit unserem Sohn als zunehmend schwierig. Manchmal gehorchte er nicht, war ab und zu respektlos, hatte Wutanfälle und leistete Widerstand, wenn wir ihm sagten, was wir von ihm wollten oder erwarteten. Wir fühlten uns hilflos, weil unsere Bemühungen nicht fruchteten, und wussten nicht mehr weiter. Wenn er tobte oder bockte, so wurden auch wir oft sehr wütend – und manchmal schämten wir uns nachher, weil wir uns nicht beherrscht hatten. Auch bei Besuchen bei unseren Verwandten in der Heimat war es schwierig; die Kinder dort erschienen uns brav und gehorsam, nur unser Sohn nicht; das gab uns ein schlechtes Gefühl.

Wir dachten, dieses Verhalten liege ganz bei unserem Sohn: Er war halt schwierig und bockig. Doch von seiner Lehrerin und den Leitern seiner Sport-Aktivitäten hörten wir, dass er dort höflich und nett sei und sich an die geltenden Regeln halte. Wir konnten das nicht verstehen: Warum verhielt sich unser Sohn dort so gut, und bei uns, seiner Familie, so mühsam? Lag es an uns?

Da erinnerten wir uns, dass uns eine Freundin viel Gutes vom Besuch eines Elternkurses erzählt hatte.

Wir meldeten uns in Zürich für einen Kurs «Starke Eltern – Starke Kinder» an. Der Besuch hat uns sehr viel gebracht. Ich glaube, das wichtigste war, dass wir lernten, unseren Sohn mit mehr Respekt zu behandeln, und mehr Geduld und «Herz» zu zeigen. Wir konnten im Kurs viele konkrete schwierige Situationen aus unserem Alltag klären. Wir fanden es auch entlastend zu sehen, dass andere Familien ähnliche Probleme mit ihren Kindern haben, wie wir mit unserem Sohn.

Unser Sohn hat sehr gut auf unser verändertes Verhalten reagiert: Zuerst war er überrascht, aber ich glaube, es hat ihm gutgetan. Wir begegnen ihm mehr auf Augenhöhe, wir diskutieren, anstatt Verbote ohne Erklärung auszusprechen. Wir fragen bei Problemen bei ihm nach und achten auf seine Bedürfnisse. Als Reaktion tobt er viel weniger und leistet weniger Widerstand, und er zeigt uns gegenüber mehr Respekt. Er schätzt es, bei Entscheidungen mitzureden, und verhält sich dann auch kooperativ. 

Natürlich haben wir heute immer noch Konflikte – aber wir können besser damit umgehen, und das Verhältnis zu unserem Sohn ist viel besser geworden.

Wenn ich heute zurückschaue, so glaube ich, dass unser früheres Verhalten sehr von unserer Kindheit geprägt war. Damals gab es wenig Diskussionen, sondern es wurde meistens nur «kommandiert» und gehorcht. Manchmal fallen wir heute, wenn wir gestresst sind, noch in dieses Verhaltensmuster zurück. Aber wir merken es schnell und besinnen uns dann auf das im Kurs Gelernte. Und bei Unsicherheiten nehmen wir unsere Unterlagen hervor, um eine Situation zu beurteilen und zu überlegen, wie wir vorgehen wollen.

Abschliessend kann ich sagen, dass der Kurs für unser Familienleben wirklich sehr hilfreich war.

X. W., Vater eines 9-jährigen Sohnes; er und seine Frau haben im letzten halben Jahr einen Kurs «Starke Eltern – Starke Kinder» in Zürich besucht.