November 2017

Nationalrat entscheidet sich knapp für eine Ausweitung der zivilrechtlichen Meldepflicht

Der Nationalrat trifft einen sehr wichtigen Entscheid für einen unmittelbaren und wirksamen Schutz der Kinder vor Gefährdungen! Nach dem Ständerat tritt auch der Nationalrat auf das Geschäft "ZGB. Kindesschutz“ ein. Die Revision beabsichtigt eine Ausweitung der Meldepflicht beziehungsweise einen nationalen Mindeststandard und eine Erleichterung des Melderechts für Berufs- und Amtsgeheiminstragende. Kinderschutz Schweiz ist erfreut, dass der Nationalrat in den grossen Zügen ihren Empfehlungen gefolgt ist. So sollen in Zukunft alle Berufsleute, die in ihrer beruflichen Tätigkeit in regelmässigem Kontakt mit Kindern sind, der Meldepflicht unterstehen und dies unabhängig davon, ob sie in einer amtlichen oder nicht amtlichen Funktion sind.

Wintersession 2017: Revision der Melderechte / -pflichten als Grundlage für wirksamen Kindesschutz

Die eidgenössischen Räte befassen sich in der Wintersession unter anderem mit der Revision des Zivilgesetzbuches: Die Revision verbessert die Grundlage für einen unmittelbaren und wirksamen Schutz von gefährdeten oder gar misshandelten Kindern, indem die Melderechte von Berufsgeheimnisträgerinnen und -trägern vereinfacht und die Meldepflichten schweizweit einheitlich geregelt werden. Eine Erleichterung des Melderechtes erhöht die Meldebereitschaft und verbessert so den Kindesschutz. Zudem stärkt die Revision die Bedeutung des freiwilligen Kindesschutzes – ein wichtiger Pfeiler im schweizerischen Kindesschutzsystem. Kinderschutz Schweiz unterstütz die Revision.

Kinder als Betroffene von Partnerschaftsgewalt: Themenmappe «Es soll aufhören!» lanciert

Wenn zu Hause ein Klima der Angst, Verunsicherung und Gewalt herrscht, sind alle Familienmitglieder davon betroffen. Kinder leiden immer darunter, auch dann, wenn sich die Gewalt nicht willentlich gegen sie richtet, sondern sich zwischen den Erwachsenen abspielt. Mit der neuen audiovisuellen Themenmappe «Es soll aufhören!» regt Kinderschutz Schweiz zur Auseinandersetzung mit dem Tabuthema Kinder als Betroffene von Partnerschaftsgewalt an. Mittels Filmen und schriftlichem Begleitmaterial werden Fachpersonen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und interessierte Personen aus dem privaten Umfeld sensibilisiert, damit sie betroffene Kinder besser verstehen und unterstützen können.