2017

Neue Anlaufstelle für Betroffene im Kindes- und Erwachsenenschutz

Die Schweiz erhält eine Anlaufstelle für Personen, die mit Kinder- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB), Beiständen oder Scheidungsgerichten in einer Konfliktsituation sind. Die neue, unabhängige Anlaufstelle KESCHA ist als Ergänzung zu bestehenden Angeboten gedacht. Sie bietet Betroffenen neutrale Beratung per Telefon oder im persönlichen Gespräch durch unabhängige Fachleute auf deutsch, französisch und italienisch an. Auf der Webseite der Fachstelle wird einfach und verständlich über das Kinder- und Erwachsenenschutzrecht informiert.

Die Anlaufstelle wurde von der Guido-Fluri-Stiftung initiiert und gemeinsam mit der Stiftung Kinderschutz Schweiz, dem Fachverband Sozial- und Sonderpädagogik Integras, Kinderanwaltschaft Schweiz, Pflege- und Adoptivkinder Schweiz und der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz KOKES aufgebaut.

Appell für humanitäre Anwendung Dublin-Verfahren unterzeichnen

Die Schweiz wendet das Dublin-Verfahren sehr strikt an. Dieser übertriebene Formalismus gefährdet nicht nur die psychische und die physische Gesundheit der Betroffenen, sie führt auch zu einer Verletzung der Grundrechte und der Rechte der Kinder.

Im Namen der Dubliner Abkommen werden zum Beispiel Familien getrennt, Kranke in ein Land abgeschoben, in dem keine medizinische Versorgung garantiert ist, Kinder mitten im Jahr aus ihrer Schulklasse gerissen, Mütter von Kleinkindern nach Italien ausgeschafft, während der Vater der Kinder in der Schweiz bleibt.

Der Appell der Organisation "Solidarité Tattes" verlangt unter anderem vom Bundesrat, dass er alle Möglichkeiten ausreizt, die ihm die Dublin- Verordnung gibt, um keine Grundrechte und internationale Konventionen über die Rechte der Kinder zu verletzen.