2017

Sommersession 2017: Armut (be)trifft Kinder! Kinderschutz Schweiz unterstützt politische Vorstösse zum Schutz armutsbetroffener Kinder

Mit dem Postulat 15.3940 (Yvonne Feri) Sozialhilfe. Studie über die Langzeitwirkungen auf Kinder und der Motion 15.3839 (Martina Munz) Alleinerziehende. Bessere Integration in den Arbeitsmarkt durch Weiterbildung und Nachholbildung stehen zwei Geschäfte auf der Agenda des Nationalrats, die bessere Grundlagen für die Bekämpfung und Prävention von Armut fordern. Sie fokussieren auf die Situation der überdurchschnittlich oft von Armut betroffenen «Einelternfamilien» wie auch auf die Schaffung von evidenzbasierten Grundlagen, die es ermöglichen, dass armutsbetroffene Kinder besser geschützt und gefördert werden können.

Kinderschutz Schweiz begrüsst Ablehnung der KESB-Initiative im Kanton Schwyz

Kinderschutz Schweiz begrüsst die Ablehnung der Volksinitiative «Keine Bevormundung der Bürger und Gemeinden» im Kanton Schwyz. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben sich hinter die professionellen Kindesschutzbehörden KESB gestellt. Dies ist ein wichtiges Zeichen für einen zeitgemässen und professionellen Kindesschutz, der das Kindeswohl ins Zentrum stellt. Das Initiativkomitee hatte die Absicht, das Vormundschaftswesen wieder zurück in die Verantwortung der Gemeinden zu geben und wieder zum alten System der vormundschaftlichen Laienbehörden zurückzukehren.

Wie verbreitet ist Gewalt in der Erziehung? Was nehmen Eltern überhaupt als Gewalt wahr?

Kinderschutz Schweiz erinnert am 30. April anlässlich des No Hitting Day – dem Tag der gewaltfreien Erziehung – daran, dass Gewalt in der Erziehung nie eine Lösung und in keiner Form akzeptabel ist. In der Schweiz fehlen aktuelle Zahlen zum Bestrafungsverhalten von Eltern: Welche Formen, welches Ausmass, welchen Stellenwert hat körperliche und psychische Bestrafung im Erziehungsalltag? Was verstehen Erziehungsberechtigte überhaupt unter Gewalt? Deshalb führt die Universität Freiburg im Auftrag von Kinderschutz Schweiz eine repräsentative Studie zum Bestrafungsverhalten von Eltern in der Schweiz durch. Die detaillierten Resultate werden im Herbst dieses Jahres vorgestellt.

Tagung «Kinder in familiären Belastungssituationen»

Gerne laden wir Sie ein zur Tagung «Kinder in familiären Belastungssituationen. Wie können Kinder bei häuslicher Gewalt, Sucht oder psychischer Erkrankung eines Elternteils unterstützt werden?» vom 16. November 2017 in Biel. Nach der erfolgreichen Fachtagung im Jahr 2015 «Kinder psychisch belasteter Eltern. Wer kümmert sich um sie?», widmet sich die aktuelle Tagung einer erweiterten Thematik: psychische Erkrankungen, Sucht und häusliche Gewalt. Diese drei familiären Belastungssituationen sind häufig miteinander verknüpft. So ist beispielsweise in 40% der Fälle von häuslicher Gewalt auch übermässiger Alkoholkonsum im Spiel. Die Tagung richtet sich an Fachpersonen aus dem sozialen, medizinischen und psychologischen Bereich sowie weiterer Berufsfelder, die sich mit Eltern oder Kindern beschäftigen. 

Frühjahrsession 2017: Ratifikation der Istanbul-Konvention als wichtiger Schritt in der Gewaltprävention!

In der Frühjahrsession steht die Ratifikation der „Istanbul-Konvention“ auf dem Programm. Mit der Ratifikation bekundet die Schweiz ihren Willen, die Bemühungen zur Vorbeugung und Bekämpfung von Gewalt an Frauen, Männern und Kindern – insbesondere im Bereich der häuslichen Gewalt – weiter zu verbessern.

Weiter steht die Behandlung verschiedener parlamentarischer Vorstösse an, die zum Ziel haben, allen Kinder in der Schweiz – unabhängig von Herkunft und sozialem Status – denselben Schutz, dieselbe Betreuung und dieselben Rechte zu garantieren. Die Ratifikation der UNO-Kinderrechtskonvention durch die Schweiz jährt sich zum 20. Mal und es zeigt sich, dass Verstösse gegen die Kinderrechte aktuell oft geflüchtete Kinder betreffen.

Kinderschutz Schweiz erklärt Kinderrechte in den Pro Juventute Elternbriefen alltagstauglich

Anlässlich der Unterzeichnung der UNO-Kinderrechtskonvention (UNO-KRK) durch die Schweiz vor 20 Jahren erhalten die Kinderrechte in den Pro Juventute Elternbriefen mehr Gewicht: Die von der Stiftung Kinderschutz Schweiz erarbeiteten Beiträge zu den Kinderrechten schaffen anhand von Beispielen und Erklärungen Bezüge zum Alltag der Kinder und ihrer Familien.  In der UNO-KRK enthalten sind allgemeine Menschenrechte, wie etwa das Recht auf Bildung und Gesundheit, aber auch spezifische Rechte zum besonderen Schutz, Förderung und Fürsorge von Kindern. Für Eltern stellen sich viele Fragen: Welche Bedeutung haben die Kinderrechte im Alltag? Wie können Eltern dazu beitragen, dass Kinder ihre Rechte wahrnehmen können?

Neue Anlaufstelle für Betroffene im Kindes- und Erwachsenenschutz

Die Schweiz erhält eine Anlaufstelle für Personen, die mit Kinder- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB), Beiständen oder Scheidungsgerichten in einer Konfliktsituation sind. Die neue, unabhängige Anlaufstelle KESCHA ist als Ergänzung zu bestehenden Angeboten gedacht. Sie bietet Betroffenen neutrale Beratung per Telefon oder im persönlichen Gespräch durch unabhängige Fachleute auf deutsch, französisch und italienisch an. Auf der Webseite der Fachstelle wird einfach und verständlich über das Kinder- und Erwachsenenschutzrecht informiert.

Die Anlaufstelle wurde von der Guido-Fluri-Stiftung initiiert und gemeinsam mit der Stiftung Kinderschutz Schweiz, dem Fachverband Sozial- und Sonderpädagogik Integras, Kinderanwaltschaft Schweiz, Pflege- und Adoptivkinder Schweiz und der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz KOKES aufgebaut.

Appell für humanitäre Anwendung Dublin-Verfahren unterzeichnen

Die Schweiz wendet das Dublin-Verfahren sehr strikt an. Dieser übertriebene Formalismus gefährdet nicht nur die psychische und die physische Gesundheit der Betroffenen, sie führt auch zu einer Verletzung der Grundrechte und der Rechte der Kinder.

Im Namen der Dubliner Abkommen werden zum Beispiel Familien getrennt, Kranke in ein Land abgeschoben, in dem keine medizinische Versorgung garantiert ist, Kinder mitten im Jahr aus ihrer Schulklasse gerissen, Mütter von Kleinkindern nach Italien ausgeschafft, während der Vater der Kinder in der Schweiz bleibt.

Der Appell der Organisation "Solidarité Tattes" verlangt unter anderem vom Bundesrat, dass er alle Möglichkeiten ausreizt, die ihm die Dublin- Verordnung gibt, um keine Grundrechte und internationale Konventionen über die Rechte der Kinder zu verletzen.