20 Jahre UNO-Kinderrechtskonvention in der Schweiz: Zum Beispiel das Recht auf Bildung

Vor 20 Jahren hat die Schweiz die UNO-Kinderrechtskonvention unterzeichnet. Sie ist ein rechtlich bindendes Instrument und definiert Kinder als eigenständige Rechtsträger. Darin enthalten sind allgemeine Menschenrechte, wie etwa das Recht auf Bildung und Gesundheit, aber auch spezifische Rechte zum besonderen Schutz, zur Förderung und Mitwirkung von Kindern. Was hat die Konvention in der Schweiz bewirkt? Wo steht die Schweiz in der Umsetzung dieser Rechte? Kinderschutz Schweiz zeigt von Februar bis November jeden Monat anhand eines Themas auf, wie Kinderrechte in der Schweiz verankert sind und stellt vor, was wir dazu tun. Im März: das Projekt «StimmeQ» zum Thema Kinderrechte in der frühen Kindheit und das Recht auf Bildung und optimale Entwicklung.

Das Recht auf Bildung / «Stimme Q»

Kinder haben das Recht zu lernen und eine Ausbildung zu machen, die ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten entspricht (Artikel 28 und 29 Kinderrechtskonvention).

Dieses Recht bedeutet, dass Bildung für alle Kinder zugänglich sein soll, mit dem Ziel, dass sie ihre Persönlichkeit entfalten und ihre Fähigkeiten bestmöglich entwickeln können. Sich Kompetenzen und Wissen anzueignen, ermöglicht Kindern eine gesunde Entwicklung und trägt zum Schutz ihrer körperlichen und psychischen Integrität bei.

Kinder lernen fürs Leben

Kinder sind von Natur aus neugierig und möchten Dinge ausprobieren, ihre Umwelt mit allen Sinnen erfahren und Sachen auf den Grund gehen. Um dieses Lernen zu unterstützen, braucht es Erwachsene,

  • die bewusst und achtsam mit den Kindern Zeit verbringen,
  • mit ihnen spielen,
  • Geschichten erzählen
  • und alltägliche Aufgaben gemeinsam erledigen.

Auch das freie, selbstgesteuerte Spiel von Kindern ist für ihre Entwicklung von grosser Bedeutung: Sie entwickeln Ideen oder suchen kreative Lösungen für Schwierigkeiten; sie machen aber auch die Erfahrung, dass nicht alles beim ersten Mal klappt – und dass es sich lohnt, sich wiederholt einzusetzen, um Erfolg zu haben. Kurz: Sie lernen fürs Leben.

Wanderausstellung «Die Entdeckung der Welt»

Das Recht auf Bildung bezieht sich nicht nur auf Kinder im Schulalter – denn Kinder lernen von Geburt an. Kleine Kinder lernen bspw. durch Nachahmung – von ihren Eltern, Geschwistern oder anderen Kindern, und sie lernen im alltäglichen Spiel.

Die Phase der frühen Kindheit ist für die Entwicklung eines Kindes ausserordentlich wichtig. Deshalb kommt auch der Begleitung, Betreuung und Erziehung der Kinder in diesem Alter eine besondere Bedeutung zu. Der Verein «Stimme Q » hat sich zum Ziel gesetzt, diese Qualität der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) zum Thema zu machen. Er möchte die Diskussion zur Qualität in der FBBE anregen und in die Öffentlichkeit tragen. Dazu wurde die Ausstellung «Die Entdeckung der Welt», eine Wanderausstellung mit begleitenden Veranstaltungen, konzipiert, welche von Kinderschutz Schweiz unterstützt wird. Sie ist im März 2017 in Bellinzona gestartet. Die «Erlebnisausstellung» für Familien und Fachpersonen wird in den kommenden zwei Jahren an unterschiedlichen Orten in der Schweiz Halt machen und einen vielseitigen Einblick in die frühkindliche Entwicklung erlauben.

Mehr Informationen finden Sie auf: www.entdeckungderwelt.ch