20 Jahre UNO-Kinderrechtskonvention in der Schweiz: Zum Beispiel das Recht der Kinder auf Schutz vor sexueller Ausbeutung

Vor 20 Jahren hat die Schweiz die UNO-Kinderrechtskonvention unterzeichnet. Sie ist ein rechtlich bindendes Instrument und definiert Kinder als eigenständige Rechtsträger. Darin enthalten sind allgemeine Menschenrechte, wie etwa das Recht auf Bildung und Gesundheit, aber auch spezifische Rechte zum besonderen Schutz, zur Förderung und Mitwirkung von Kindern. Was hat die Konvention in der Schweiz bewirkt? Wo steht die Schweiz in der Umsetzung dieser Rechte? Kinderschutz Schweiz zeigt von Februar bis November jeden Monat anhand eines Themas auf, wie Kinderrechte in der Schweiz verankert sind und stellt vor, was wir dazu tun. Im Juli: Das Recht der Kinder auf Schutz vor sexueller Ausbeutung – auch auf Reisen und im Tourismus.

Gemäss Artikel 34 der UNO-Kinderrechtskonvention haben Kinder das Recht auf Schutz vor allen Formen der sexuellen Ausbeutung und des sexuellen Missbrauchs – auch in der Ferienzeit!

Ferien sind für viele die schönste Zeit des Jahres – aber nicht für alle. Weltweit werden 1.8 Millionen Kinder Opfer von sexueller Ausbeutung durch Reisende.

Das Wachstum des Tourismus begünstigt Kindsmissbrauch: Kinder werden durch Reisende in den Badeferien, auf Geschäfts- und Kulturreisen ausgebeutet – in Luxusresorts, in Bordellen, in Privathäusern oder an Stränden. Touristen und Touristinnen verletzen die sexuelle Integrität von Kindern nicht ausschliesslich in fernen Ländern, sondern auch in Europa. Die Opfer von sexueller Ausbeutung werden immer jünger, können Mädchen und Knaben sein, gehören oftmals einer Minderheit an, leben in Armut, sind häufig obdachlos und haben familiäre Probleme.

Reisende Sexualstraftäter und -täterinnen entsprechen nicht mehr den alten Stereotypen: sie sind jung oder alt, Ferien-, Geschäftsreisende oder Ausgewanderte bzw. im Ausland lebende Personen und die wenigsten von ihnen sind pädophil (Erwachsene, welche eine sexuelle Präferenz für Kinder vor der Pubertät aufweisen). Viele sind «Gelegenheitstäter und -täterinnen», die die sexuelle Integrität von Kindern verletzen, wenn sich ihnen eine Möglichkeit bietet. Im vermeintlichen Schutz der Anonymität glauben sie, dass sie für ihre Tat nicht zur Rechenschaft gezogen werden können und dass ihr Handeln sozial akzeptiert sei.

«Nicht wegsehen!»

Kinderschutz Schweiz setzt sich mit der Fachstelle ECPAT Switzerland dafür ein, dass die Schweiz die Empfehlungen des Kinderrechtsausschusses umsetzt und einen wirksamen rechtlichen Rahmen schafft, um die sexuelle Integrität von Kindern auch im Kontext von Reisen und im Tourismus zu schützen.

Für einen nachhaltigen Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung braucht es zudem die Unterstützung der Tourismusbranche und der Reisenden: Sie können zum Schutz von Kindern beitragen!

Helfen Sie mit, indem Sie Verdachtsfälle vor Ort oder über das Meldeformular der Kampagne «Nicht wegsehen!» melden. Berücksichtigen Sie zudem Reiseanbieter, die Mitglied des Kindeschutzkodex «Tourism Child Protection Code» sind und sich zu einer verantwortungsvollen Geschäftstätigkeit verpflichtet haben.