Wintersession 2017: Empfehlungen an das Parlament

Zu viele Kindsmisshandlungen werden nicht oder zu spät entdeckt! Im Schnitt werden täglich 3 misshandelte Kinder in Kinderkliniken der Schweiz verzeichnet, jährlich um die 1’400 Kinder (2015: 1388 Fälle, 2016: 1575, Nationale Kinderschutzstatistik ssp/sgp). Die Hälfte dieser Fälle betreffen Kinder unter 6 Jahren, ein Fünftel Kinder unter 2 Jahren. Dabei handelt es sich nur um die Spitze des Eisbergs. Die Dunkelziffer weder ärztlich behandelter bzw. verzeichneter noch an Behörden gemeldeter Fällen ist gross. Die entscheidende Rolle der Früherkennung zur Verhinderung von Kindsmisshandlungen ist in Fachkreisen unumstritten.

Für einen wirksamen Kindesschutz ebenso entscheidend ist eine qualifizierte Umsetzung der Meldepflichten: Meldepflichtige müssen in Bezug auf die Erkennung von Kindswohlgefährdungen weitergebildet und sensibilisiert sein. So können sie abschätzen, ob sie eine vermutete Risiko- oder Gefährdungssituation im Rahmen ihres Auftrages entschärfen können oder ob die Einleitung weiterer Schritte erforderlich ist – beispielsweise eine Gefährdungsmeldung an die Kinderschutzbehörde.

Kinderschutz Schweiz empfiehlt dem Nationalrat, auf das Geschäft «15.033. ZGB. Kindesschutz» einzutreten und in allen Differenzen der Mehrheit seiner Rechtskommission zu folgen.

Die detaillierten Stellungnahmen zu diesen und weiteren Geschäften lesen Sie in unseren Empfehlungen.

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