Ausweitung der zivilrechtlichen Meldepflicht

Die Eidgenössischen Räte treffen einen sehr wichtigen Entscheid für einen unmittelbaren und wirksamen Schutz der Kinder vor Gefährdungen! Die Revision "ZGB. Kindesschutz" beinhaltet unter anderem eine Ausweitung der Meldepflicht beziehungsweise einen nationalen Mindeststandard und eine Erleichterung des Melderechts für Berufs- und Amtsgeheiminstragende. Kinderschutz Schweiz ist erfreut, dass das Parlament in den grossen Zügen ihren Empfehlungen gefolgt ist. So unterstehen in Zukunft alle Berufsleute, die in ihrer beruflichen Tätigkeit in regelmässigem Kontakt mit Kindern sind, der Meldepflicht und dies unabhängig davon, ob sie in einer amtlichen oder nicht amtlichen Funktion sind. Im Gegensatz zum Nationalrat will der Ständerat die Hürden für eine Meldung an die KESB tiefer legen. Dies ist aus Sicht der Fachstelle sehr zu begrüssen.

Die Stiftung Kinderschutz Schweiz beschäftigt sich schon lange intensiv mit diesem politischen Geschäft und wird auch die Umsetzung der neugeregelten Melderechte- und -pflichten begleiten. Denn: Für einen wirksamen Kindesschutz ebenso entscheidend ist eine qualifizierte Umsetzung der Meldepflichten. Meldepflichtige müssen in Bezug auf die Erkennung von Kindswohlgefährdungen weitergebildet und sensibilisiert sein. So können sie abschätzen, ob sie eine vermutete Risiko- oder Gefährdungssituation im Rahmen ihres Auftrages entschärfen können oder ob die Einleitung weiterer Schritte erforderlich ist – beispielsweise eine Gefährdungsmeldung an die Kindesschutzbehörde. Kinderschutz Schweiz hat zur Früherkennung von Kindswohlgefährdungen verschiedene spezifische Leitfäden für Fachpersonen entwickelt.

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