«Mein Körper gehört mir!» 4–6 Jahre

Ein Präventionsangebot für die Kindergartenstufe.

Das Wimmelbild enthält Szenen zu den Präventionsbotschaften des Angebots «Mein Körper gehört mir!», 4–6 Jahre. Es wird von den Fachpersonen im Unterricht oder in geleiteten Sequenzen eingesetzt.

Das Angebot «Mein Körper gehört mir!», 4–6 Jahre, umfasst Lernmaterialien für den Kindergarten und für Kindertagesstätten , eine Weiterbildung für pädagogische Fachpersonen und einen Infoabend für Eltern und Erziehungsberechtigte. 

Selbstwirksamkeit stärken

Das Präventionsangebot orientiert sich am Konzept der Selbstwirksamkeit. Dabei werden die sozial-emotionalen Kompetenzen sowie die kommunikativen Fähigkeiten und die sprachliche Ausdrucksfähigkeit gefördert. Dazu gehören auch Grundlagenwissen und ein Vokabular über den Körper und über Gefühle. Es geht bei diesem Angebot nicht darum, eine explizite Thematisierung von sexuellen Gewalttaten vorzunehmen, weil dies Kinder eher verunsichert. Auch ist die Sexualaufklärung nicht Thema. Allerdings erhalten Eltern nützliche Informationen, wie eine adäquate elterliche Sexualerziehung und Aufklärung aussehen könnte, und sie lernen geeignete Materialien, wie beispielweise pädagogisch wertvolle Bilderbücher kennen.

Setting-Ansatz: der Einbezug von Erwachsenen

Die Prävention von sexueller Gewalt gegenüber Kindern liegt in der Verantwortung der Erwachsenen. Ausreichendes Wissen der Erwachsenen und die Qualifizierung von pädagogischen Fachkräften (z.B. Lehrpersonen, Schulsozialarbeitende, Fachpersonen Betreuung) sind wesentliche Voraussetzungen, um Kinder wirksam zu schützen.
Das Angebot spricht drei Zielgruppen an: 
  • Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren
  • Eltern und Erziehungsberechtigte 
  • pädagogische Fachpersonen: Lehrpersonen, Schulsozialarbeitende und Fachpersonen Betreuung
Die Präventionsbotschaften für «Mein Körper gehört mir!», 4–6 Jahre entsprechen jenen des Angebots «Mein Körper gehört mir!», 7-9 Jahre, sind aber auf vier Botschaften reduziert. Diese werden im Unterricht dem Alter und dem Entwicklungsstand der Kinder angepasst sowie im Rahmen eines Informationsabends für die Eltern und Erziehungsberechtigten und für die Fachpersonen thematisiert. 
Die Präventionsbotschaften lauten:
  • Mein Körper gehört mir! 
  • Alle Gefühle sind richtig und wichtig.
  • Ich darf Nein sagen!
  • Ich bin mutig, ich hole mir Hilfe!

Zielgruppe Kinder: Wimmelbild und Unterrichtsaktivitäten zur Stärkung der Selbstwirksamkeit 

Die vier Präventionsbotschaften werden den Kindern in je einer Lerneinheit vermittelt. Im Mittelpunkt steht ein Wimmelbild mit entsprechenden Szenen. Die Unterrichtsmappe für Fachpersonen enthält Anregungen zur Arbeit mit dem Wimmelbild und Ideen für Aktivitäten, um die Präventionsbotschaften mit den Kindern zu vertiefen. Es stehen unterschiedliche Lernmaterialien zur Auswahl, die je nach zeitlichem Rahmen, Entwicklungsstand und Lernvoraussetzungen der Kinder eingesetzt werden können. Das Ziel dabei ist, dass die Kinder ihre Kompetenzen spielerisch und mit einem positiven Ansatz erweitern. 
Es ist empfohlen, das Präventionsangebot in einem Zeitraum von vier bis acht Wochen durchzuführen, sodass jeder Präventionsbotschaft eine bis zwei Wochen gewidmet werden können. Das Bereitstellen der Spiel- und Übungsmaterialien, zum Beispiel in einer Kiste im Gruppenraum, kann die Kinder dazu anregen, sich abseits der Spielzeiten aus eigenem Antrieb mit den Inhalten zu beschäftigen.
Jede Lerneinheit enthält das Lernziel und die Lerninhalte, mögliche Unterrichtsaktivitäten und Praxismaterialien sowie eine Unterrichtsmappe. Diese steht sowohl elektronisch wie auch in Papierform zur Verfügung. 

Zielgruppe Eltern und Erziehungsberechtigte

Eltern und Erziehungsberechtigte erfahren im Rahmen einer Abendveranstaltung alles über das Präventionsangebot und werden für die Thematik sensibilisiert. Die Veranstaltung findet vor der Durchführung der Lerneinheiten im Kindergarten oder in der Kindertagesstätte statt. Der Aufbau folgt den Präventionsbotschaften. 
Die Themen des Abends: 
  • Die Lerneinheiten werden vorgestellt, damit sich die Eltern und die Erziehungs-berechtigten ein Bild über die Inhalte und Aktivitäten des Angebots machen können.
  • Das Konzept der Selbstwirksamkeit und Resilienz wird erläutert und dabei wird erwähnt, wie Eltern und Erziehungsberechtigte die Kinder stärken können. 
  • Die Eltern erhalten Ansatzpunkte, wie eine adäquate elterliche Sexualerziehung und Aufklärung aussehen könnte und welche Bedeutung diese für die Prävention von sexueller Gewalt hat. Sie lernen Tools und Materialien, wie geeignete Bilderbücher kennen.
  • Es werden Informationen vermittelt zu Ursachen und Folgen von sexueller Gewalt, zu betroffenen Kindern und zu Kinderrechten, zu Tatpersonen und Täterstrategien sowie zu Beratungs- und Anlaufstellen. 

Zielgruppe pädagogische Fachpersonen

Die pädagogischen Fachpersonen werden im Rahmen einer eintägigen Weiterbildung befähigt, das Präventionsangebot in ihrer Institution durchzuführen. 
Ein halber Tag ist der fachlichen Weiterbildung im Bereich der Prävention von sexueller Gewalt gewidmet. Dabei liegt der Fokus ebenfalls auf den Präventionsbotschaften und den Lernzielen für die pädagogischen Fachpersonen.
Am zweiten Halbtag werden die pädagogischen Fachpersonen in der methodisch-didaktischen Umsetzung des Präventionsangebots im Kindergarten, in der Tagesschule oder in der Kindertagesstätte geschult. 
Die Weiterbildung beinhaltet die Vernetzung mit regionalen Fachstellen und wird von speziell ausgebildeten Fachkräften geleitet. 

Schutzkonzept und Verhaltenskodex

Sofern dies noch nicht geschehen ist, ist es ratsam, wenn Schulen, Tagesschulen oder Kindertagesstätten ergänzend Handlungsleitlinien und Prozesse zur Prävention von sexueller Gewalt auf der Ebene der Organisationskultur entwickeln (Schutzkonzept und/oder Verhaltenskodex). In der Weiterbildung wird auch darauf hingewiesen und zur Weiterarbeit am Thema motiviert. 

Die grosse Nein-Tonne

In Ergänzung zu «Mein Körper gehört mir!» 4-6 Jahre, kann beim Theater Vitamin A «die grosse Nein-Tonne» gebucht werden. Das interaktive Theater sensibilisiert Kinder für ihre Gefühle und Ängste und nimmt ihre Zu- und Abneigungen ernst. 

Weitere Informationen und Kontakt

Danica Zurbriggen
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Bereich Programme
Telefon +41 31 384 29 11
danica.zurbriggen@kinderschutz.ch

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