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Pädokriminalität - Nein, nein und nochmals nein!*
Holland, 17. Juli 2006: Ein holländisches Gericht hat entschieden, dass eine politische Partei von Pädophilen nicht verboten werden kann: "Sie müssen die gleichen Rechte wie die andern haben". Die im Mai gegründete Partei der brüderlichen Liebe, Freiheit und Vielfalt (PNVD) verlangt die Herabsetzung des Schutzalters für sexuelle Kontakte von 16 auf 12 Jahre sowie die Legalisierung von Kinderpornografie und Sodomie. "Sie wollen nur ihre moralischen Bedenken ausdrücken, das reicht nicht, um eine Bewegung zu verbieten", erklärten die Richter und wiesen die Forderung einer Gruppe zur Bekämpfung der Pädophilie ab. Dr. med. Myriam Caranzano-Maitre, Präsidentin der Regionalgruppe ASPI und Vorstandsmitglied von Kinderschutz Schweiz kommentiert.
Nein, nein und nochmals nein!
Vor einigen Wochen stand ich schockiert und ungläubig vor der Tatsache, dass man ganz offiziell eine Pädophilenpartei gründen kann. Ich dachte und glaubte eigentlich, dass die jüngsten Geschichten, das Drama um die kleinen Nathalie und Stacy und die vielen anderen Opfer im Stillen eine solche Absurdität unmöglich machen. Doch nun muss ich mit Entsetzen und Abscheu zur Kenntnis nehmen, dass diese Partei nicht nur toleriert, sondern wie jede andere Partei legitimiert wird, und das erst noch mit Begründungen, die sich auf "Rechte" berufen. Ja was denn für Rechte? Das Recht, alles zu tun, was man will, wann man will, wie man will, wo man will, mit wem man will und vor allem das Recht, sich einen Deut um die Folgen des eigenen Tuns zu scheren? Sind sich die holländischen Richter, die der Partei legalen Status verliehen haben, der Ungeheuerlichkeit ihres Entscheids bewusst? Auf welche Norm berufen sie sich? Sicher nicht auf einen ethischen Kodex zur Einhaltung der Menschenrechte und ebenso wenig auf die UNO-Kinderrechtskonvention, die jedem Kind das Recht gibt, unter Achtung seiner Entwicklung und Integrität heranzuwachsen.Schon immer versuchten Pädophile glaubhaft zu machen, dass den Kindern sexuelle Spiele mit Erwachsenen gefallen und dass man ihnen die Sexualität von klein auf beibringen muss, indem man sie ohne Tabus in sexuelle Handlungen mit einbezieht. Die weltweite klinische Forschung (zahlreiche Fachpublikationen insbesondere über Child Abuse and Neglect) und meine bescheidene Erfahrung mit Opfern sexuellen Missbrauchs zeigen aber deutlich, dass die Folgen solcher Handlungen dramatisch sind! Denn das ist sexueller Missbrauch! Die Kinder haben und erleben von klein auf eine eigene Sexualität, das stimmt. Aber dabei geht es um eine kindliche Sexualität, die nichts mit jener der Erwachsenen zu tun hat!
Kinder sind nicht reif für Erwachsenensexualität
Wenn ich in Präventionskursen mit den Kindern über Sex rede, ist ihre häufigste Reaktion – abgesehen davon, dass sie sich Ohren und Augen zuhalten – “pfui Teufel!“. Sie sind nicht reif für die spätere Erwachsenensexualität, und es ist absurd zu behaupten, es gefiele ihnen, wenn ihnen nicht schamhafte Erwachsene gewisse Entdeckungen vorenthalten wollten. Mit der Pubertät und den damit verbundenen körperlichen Entwicklungen entsteht in ihnen das Interesse für die Sexualität der Erwachsenen. Die Tatsache, dass ein Körper bereit ist, heisst aber nicht, dass ein Mädchen oder ein Knabe psychologisch für eine sexuelle Beziehung mit einem Erwachsenen bereit sind. Sie brauchen Zeit, um sich selbst zu entdecken, allein oder mit Gleichaltrigen, um weiter zu reifen und alle Aspekte ihrer Persönlichkeit (physisch, intellektuell, emotional, persönliche Beziehungen) zu integrieren. Auf diese Art können sie ihre Sexualität bewusst erleben. Ihr Bedürfnis besteht nicht darin, solche Erfahrungen mit egozentrischen, übel wollenden Erwachsenen zu machen, sondern eine angemessene sexuelle Bildung mit Erkenntnis-, Beziehungs- und vor allem emotionalen Aspekten zu erhalten. In unserer Gesellschaft werden sie mit sexuell expliziten Botschaften bombardiert, und leider finden sie häufig keine Erwachsenen, die fähig sind, mit ihnen darüber zu sprechen. Das spielt paradoxerweise den Pädophilen in die Hände, die erzählen können, was sie wollen. Kinder und Jugendliche, die wissen, dass man über Sexualität und Emotionen reden kann, riskieren weniger, in die Fänge eines Pädophilen zu geraten.
Versteckte und verheerende Leiden
Die Folgen sexuellen Missbrauchs in der Kindheit sind von renommierten Forschenden untersucht worden, und die Ergebnisse sind eindeutig: Selbstmorde, Konsum von Drogen, Antidepressiva und anderen Medikamenten, psychosomatische und psychiatrische Krankheiten sowie Selbstwertprobleme sind weitaus häufiger als in der übrigen Bevölkerung. Es gibt auch Opfer, die trotz allem ein scheinbar problemloses Leben führen, aber wenn sie zu erzählen beginnen, was sie innerlich erleben, zeigt sich ein verstecktes und verheerendes Leiden.Wenn also eine sexuelle Beziehung zu einem Kind oder einem Jugendlichen nie respektvoll sein kann und schwerste – sichtbare oder häufig versteckte – Folgen nach sich zieht, die das ganze Leben beeinträchtigen, dann frage ich mich, wem es nützt, eine Pädophilenpartei zu akzeptieren, zu legitimieren und für sie Werbung zu betreiben! Was für versteckte Interessen stehen dahinter? Man kann nicht behaupten, das Wohl der Kinder und damit der ganzen Gesellschaft zu wollen und gleichzeitig so verheerende Taten zulassen! Das ist der Gipfel der Absurdität! Wenn man eine Pädophilenpartei legitimiert im Wissen, dass Pädophilie schwerste, nicht wieder gutzumachende Schäden bewirkt, dann kann man auch eine Partei der Gewalt gründen, die den Einsatz von Gewalt mit dem Risiko körperlicher Schäden für alle Andersdenkenden legitimiert. Es spielt dann keine Rolle, ob jemand im Rollstuhl endet oder sein Leben lang Rückenschmerzen hat!
Schluss mit solchen Lügen
Nein, nein und nochmals nein! Schluss mit solchen Lügen! Wenn wir auch nur eine kleine Chance haben wollen, unsere Welt zu verbessern, dann müssen wir Erwachsenen mit dieser Heuchelei aufhören, uns in die Augen schauen, unser Gewissen (wenn wir noch eines haben...) reden lassen und uns so verhalten, wie wir das auch von den Kindern und Jugendlichen erwarten, in einem Wort: mit Respekt! Respekt vor dem menschlichen Wesen in seiner Gesamtheit, wozu auch der sexuelle Bereich gehört.
*Dieser Text existiert nur in deutscher Sprache
