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Erkennen und Handeln
Eigene Grenzen erkennen und über Schwierigkeiten reden
Was tun bei Überbelastung oder Überforderung?
Negative Regungen gegenüber den eigenen Kindern lassen bei vielen Müttern und Vätern Schuldgefühle entstehen. Sie sprechen mit niemandem darüber, weil das Idealbild der Elternrolle mit diesen Gefühlen nicht übereinstimmt. Auch Mütter und Väter haben Grenzen. Es ist sehr wichtig, dass Eltern lernen, ihre eigenen Grenzen zu erkennen, sie zu akzeptieren und darüber mit anderen Personen (anderen Eltern, Fachpersonen, Bekannten) zu sprechen. Wenn sie sich mit ihren Fragen an Aussenstehende wenden, ermöglicht dies ihnen auch zu erkennen, dass viele andere bei der Erziehung ihrer Kinder ähnliche oder gleiche Fragen haben. Es ist ganz normal, sich als für die Erziehung verantwortliche Person manchmal überfordert und hilflos zu fühlen. Es ist wichtig, dass Eltern die Unterstützungsangebote kennen und wissen, dass sie Hilfe holen dürfen. Professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen zeugt von Stärke, nicht von Schwäche!
Was tun, wenn Sie von der Vernachlässigung eines Kindes Kenntnis haben?
Wenn Sie von der Vernachlässigung eines Kindes Kenntnis haben, oder wenn Sie vermuten, dass ein Kind vernachlässigt wird, nehmen Sie Ihre Vermutung ernst!
- Beobachten Sie und sammeln Sie sämtliche Informationen, die verfügbar sind.
- Halten Sie die Informationen schriftlich fest.
- Entscheiden Sie sich, ob Sie selber mit den betreffenden Eltern Kontakt aufnehmen oder ob Sie sich an Fachpersonen wenden möchten.
- Wenn Sie selber den Kontakt und das Gespräch mit den Eltern suchen, denken Sie daran, dass es nicht darum geht, nach Schuldigen zu suchen oder die Eltern zu verurteilen. Ziel eines Gesprächs muss sein herauszufinden, wie den Eltern am besten geholfen werden kann, dass sie in Zukunft auf Gewalt verzichten können.Ueberlegen Sie sich genau, ob Sie mit einem direkten Gespräch den Druck auf Eltern und Kinder nicht erhöhen und damit eine Hilfestellung erschweren.
- In den meisten so schwierigen Situationen ist es der Sache dienlicher, wenn Sie mit einer Fachperson, einer Fachstelle oder allenfalls sogar mit der zuständigen Behörde Kontakt aufnehmen. Sie können, wenn nötig noch ohne Namen zu nennen, über Ihre Beobachtungen und Informationen sprechen.Mit Fachleuten (Fachstellen) können Sie das weitere Vorgehen besprechen. Eine Möglichkeit besteht darin, der zuständigen Behörde (Vormundschaftsbehörde) Meldung zu machen. Die Vormundschaftsbehörde hat die Pflicht, immer dort, wo das Wohlergehen eines Kindes gefährdet erscheint, die nötigen Untersuchungen in die Wege zu leiten und allfällige Massnahmen zur Behebung der Gefährdungssituation zu beschliessen.
