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Tourism Child-Protection Code

Positive Zwischenbilanz

Seit einigen Monaten läuft die Kampagne «Nicht wegsehen - www.stopchildsextourism.ch» in der Schweiz. Ziel der trilateralen Kampagne, die 2010 in der Schweiz, Deutschland und Österreich lanciert wurde, ist es, das Netz zum Schutz von Minderjährigen grenzüberschreitend enger zu knüpfen. Die gemeinsam vom Staatssekretariat für Wirtschaft SECO und ECPAT Switzerland, der Fachstelle gegen Kinderprostitution der Stiftung Kinderschutz Schweiz geführte Kampagne kann erste Erfolge aufweisen.

Dazu im Interview Ronja Tschümperlin, Leiterin ECPAT Switzerland:

Tourism Child-Protection Code

Der Verhaltenskodex

Der Verhaltenskodex zum Schutz der Kinder vor kommerzieller sexueller Ausbeutung im Tourismus, ehemals Code of Conduct, heisst seit dem Jahr 2010 Tourism Child-Protection Code* und zählt mittlerweile 997 Unterzeichnende in 41 Ländern (Dezember 2010). In der Schweiz wurde der Verhaltenskodex erstmals 2003 im Rahmen eines Pilotprojekts umgesetzt. Heute haben ihn namhafte Akteure der Tourismusbranche unterzeichnet. Das Thema Prävention von Kindersextourismus hat längst Einzug gehalten in die Ausbildungspläne der Schweizer Tourismusfachschulen.

Die Fachstelle ECPAT Switzerland der Stiftung Kinderschutz Schweiz agiert innerhalb der internationalen Code-Organisation TheCode.org, welche den Verhaltenskodex weltweit umsetzt, als nationaler Vertreter bzw. Local Code Representative. Sie treibt die Implementierung des Verhaltenskodex voran, sichert Sensibilisierungs-massnahmen zum Thema Kindersextourismus und führt das jährliche Monitoring der Schweizer Mitglieder durch. Dazu gehören derzeit die Hotelplan Group (seit 2003), Kuoni Travel Holding (2006), ACCOR Hospitality Switzerland und Globetrotter Travel Services (beide 2007), sowie der Schweizerische Reisebüro-Verband (2008). Im Vordergrund der konstruktiv-kritischen Beratung der Code-Unterzeichnenden durch ECPAT Switzerland stehen Fortschritte und Herausforderungen bei der Implementierung des Tourism Child-Protection Code im Unternehmen. Die gemeinsame Formulierung konkreter Ziele für das jeweils kommende Jahr gewährleistet eine kontinuierliche strategische Fortentwicklung des Kindesschutz-Engagements.

Der Code

Der Tourism Child-Protection Code zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung im Tourismus ist ein effektives Präventionsinstrument, welches von Kinderschutzorganisationen in Zusammenarbeit mit der Reisebranche erarbeitet wurde. Er ist seit über zehn Jahren weltweit federführend im Bereich Prävention von Kindersextourismus und wird von der United Nations World Tourism Organisation (UNWTO), dem United Nations Children’s Fund (UNICEF), der Organisation for Security and Cooperation in Europe (OECD), der Europäischen Union (EU) und dem Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) anerkannt und gefördert.

Er bietet Tourismusakteuren die Möglichkeit, Kinder bestmöglich vor sexueller Ausbeutung im Tourismus zu schützen. Im Zentrum stehen sechs Massnahmen:

  1. die offizielle Einführung einer Unternehmensphilosophie gegen Kindersextourismus
  2. die Schulung von Mitarbeitenden im Herkunftsland und in den Destinationen
  3. die Aufnahme von Klauseln in Verträge mit Leistungsträgern
  4. die Informationsvermittlung an die Kundschaft
  5. die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern in den Destinationen
  6. sowie die jährliche Berichterstattung gegenüber ECPAT über durchgeführte Massnahmen.

Seit 2007 können neben den Reiseunternehmen auch andere Akteure der Tourismusindustrie eine auf ihre Bedürfnisse angepasste Code-Version unterzeichnen. Dazu gehören Tourismusverbände, Reisebüros, Fähr- und Fluggesellschaften, Bars, Nachtclubs, Lokale Serviceanbieter und Agenturen, Restaurants, als auch Hotels.

Tourismusbranche setzt auf das Meldeformular

In den Monitoring-Gesprächen 2010 haben alle Schweizer Unterzeichnende zugesagt, das Meldeformular www.stopchildsextourism.ch verstärkt gegenüber der Kundschaft und Mitarbeitenden zu kommunizieren, und auf den kostenfreien E-Learning Kurs www.childprotection-tourism.org hinzuweisen oder ihn in ihre Schulungen zu integrieren. Ein grosser Schritt auf dem Weg zu einem besseren Schutz der Kinder vor kommerzieller sexueller Ausbeutung im Tourismus.

Wichtige Links:


* ECPAT Switzerland weist darauf hin, eine Abkürzung der Begrifflichkeit “Tourism Child-Protection Code” zu vermeiden, da CP als Abkürzung für “Child Porn” ein gängiger Suchbegriff von Tätern der Kinderpornographie Szene ist.